Dem Cybercrime-Zentrum der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe gelang ein Schlag gegen eine international agierende Gruppe von Telefonbetrügern. Bei Durchsuchungen in mehreren Bundesländern und in Griechenland sei die Infrastruktur eines kriminellen Callcenterrings zerschlagen worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe am Donnerstag mit. Eine der mutmaßlich führenden Köpfe in Deutschland, eine 50-jährige griechische Staatsangehörige aus Hagen, sei festgenommen worden. Die über ein Jahr langen Ermittlungen waren eine Zusammenarbeit des Cybercrime-Zentrums Baden-Württemberg, des Landeskriminalamts Baden-Württemberg, der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Cybercrime bei der Staatsanwaltschaft Leipzig und des Landeskriminalamts Sachsen.
In einer koordinierten Aktion durchsuchten am Donnerstag Kräfte in Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und in Griechenland insgesamt 20 Objekte. Den Durchsuchungsmaßnahmen liegen beim Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg sowie den Staatsanwaltschaften Leipzig und Hagen in enger Zusammenarbeit geführte Verfahren zugrunde.
Die 50-Jährige soll eine hochprofessionelle, vorwiegend aus der Türkei heraus agierende Tätergruppe unterstützt haben. Diese Callcenter traten als „falsche Polizeibeamte“ auf und machten falsche Gewinnversprechen. Die Beschuldigte soll Großkundenverträge bei deutschen Telefonprovidern abgeschlossen und Bankkonten eröffnet haben. Sie soll dazu mithilfe von Strohleuten Scheinfirmen gegründet haben.
Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg geht von zehntausenden betrügerischen Anrufen aus, die zu einem Schaden in zweistelliger Millionenhöhe führten. Unter Nutzung der von der festgenommenen Tatverdächtigen geschaffenen Infrastruktur soll ein Schaden von rund 1,35 Millionen Euro verursacht worden sein.
Bei den Maßnahmen waren über 100 Beamtinnen und Beamte im Einsatz. Sie stellten elektronische Datenträger und IT-Ausstattung und zwei Schusswaffen sicher. Mehrere betrügerische Telefonnummern und eine zweistellige Anzahl von betrügerisch genutzten Servern wurden laut Mitteilung abgeschaltet. Die festgenommene Tatverdächtige aus Hagen wird dem Haftrichter vorgeführt. (0347/13.02.2025)