Ostereier? Gibt es längst das ganze Jahr. Viele Kunden kaufen gefärbte Eier nicht nur zu Ostern, sondern auch zu anderen Zeiten. Das Geschäft boomt – doch es gibt ein Problem bei der Produktion.
Von hier gelangen in diesen Wochen Millionen bunter Ostereier in zahlreiche Supermärkte in Köln, Frankfurt oder Mainz – der Geflügelhof Andres befindet sich ganz am Rande von Mendig bei Koblenz. Dort, wo Anfang der 1960er Jahre lediglich ein paar Hundert Hühner lebten, sind es heute 160.000 Tiere. Zusammen mit weiteren 120.000 Hennen auf Partnerhöfen kommen sie auf 130.000 Eier pro Tag. Dazu kommen weitere Unternehmen, die im Familienbetrieb ebenfalls die Eier ihrer Hühner verpacken lassen.
“Früher hat unsere Familie die Eier hier in der Region noch von Haus zu Haus verkauft, heute gibt es sie in den vier Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland zu kaufen”, berichtet Guido Andres junior, der seit mehr als 20 Jahren zusammen mit seiner Schwester den Betrieb leitet. Nach seinen Angaben sind es heute täglich 300.000 bis 400.000 Eier, die auf diesem Hof inmitten sanfter Hügel in der Eifel für die Kundschaft verpackt und vermarktet werden.
Den Wünschen der Verbraucher entsprechend werden inzwischen zahlreiche dieser Eier maschinell gekocht und gefärbt. Blau, lila, gelb und auch pink schimmern sie im klassischen Sechser-Karton oder auf den größeren Paletten mit 20 Stück. “Die Verbraucher haben das so entschieden und immer häufiger nachgefragt. Deshalb haben wir vor rund 25 Jahren damit begonnen und damals etwa fünf Millionen Eier zwischen Weihnachten und Ostern gefärbt”, blickt Andres zurück.
Inzwischen wollen viele Menschen unabhängig vom Osterfest während des gesamten Jahres bunte Eier kaufen. Viele Verbraucher trauten sich das Färben selbst nicht zu und bevorzugen daher maschinengefärbte Produkte. “Deshalb bieten wir inzwischen auch unsere Partyeier in den anderen Monaten an. Rund 200.000 Partyeier pro Woche machen sich von hier aus auf den Weg”, sagt der Chef von 30 Angestellten.
Egal, ob Oster- oder Partyei – ein Tipp gelte für alle: Am besten sei es, das gekochte Ei 14 Tage ruhen zu lassen, dann sei es perfekt und lasse sich sehr gut schälen. Andres persönlich mag gern eine Prise Salz, nachdem er zunächst das Ei selbst probiert. Doch es gebe zahlreiche Vorlieben, ob Gewürz, Senf oder anderes – es bleibe Geschmackssache jedes Einzelnen, wie das Ei gegessen wird.
Allerdings brauche es mehr Hühner, die Eier legen könnten. “Die Nachfrage ist größer als das, was wir anbieten können. Deshalb sind wir interessiert an weiteren Hühnerbesitzern in der Eifel, um mit ihnen zu kooperieren”, betont Andres. Deutschland verbrauche viel mehr Eier, als hierzulande zur Verfügung stehen – die Eigenversorgung liege nur bei etwa drei Viertel der Nachfrage.
Am Ende sei in diesem Zusammenhang die Politik gefragt. Nicht überall gebe es Verständnis dafür, dass tierische Lebensmittel irgendwo herkommen müssen. Davon sei eben auch seine Branche betroffen, sagt der Geflügelhalter. So gebe es immer weniger Hühnerställe. “Wenn dann die Preise nach oben gehen, wird geschimpft – aber dann muss mal fragen, wo kommt das denn her”, mahnt Andres.