Mahnende Worte, ausbleibende Reaktionen, ein Tiefpunkt: Josef Schuster wirft der deutschen Außenpolitik mangelndes Engagement für Hamas-Geiseln vor. Bundespräsident Steinmeier hingegen wird für seinen Einsatz gelobt.
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat die deutsche Außenpolitik kritisiert. “Die Bundesrepublik Deutschland hat mich enttäuscht, was ihr öffentliches Eintreten bezüglich des Schicksals der Hamas-Geiseln angeht”, sagte er dem “Tagesspiegel” (Mittwoch). “Gerade das Auswärtige Amt hat sich meist vornehm zurückgehalten, um vermeintliche Verhandlungspartner nicht zu verprellen.”
Schuster erklärte: “Aufrufe zur Freilassung der Geiseln wurden meist mit mahnenden Worten an Israel ergänzt; was für eine Indifferenz!” Zuletzt sei das “gähnende Schweigen” zur Beerdigung von Shiri Bibas und ihren beiden Kindern aufgefallen, “die auch die deutsche Staatsangehörigkeit besessen haben und deren Schicksal unser aller Herzen zerrissen hat: ein Tiefpunkt deutscher Außenpolitik”.