Die Kunsthalle Osnabrück hat am Sonnabend den mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Hiltrud-Schäfer-Kunstpreis verliehen. Preisträger sind die Künstlerinnen Nikola Dicke aus Osnabrück, Janina Fritz aus Bremen und Olga Grigorjewa aus Oldenburg sowie die „Gruppe Stumpf“ aus Hannover, wie die Kunsthalle mitteilte. Die einmalig ausgeschriebene Auszeichnung erinnert an die Osnabrücker Künstlerin und Kunstförderin Hiltrud Schäfer (1937-2023). Sie wird unter anderem von der Familie Schäfer und dem Verein „Freunde der Kunsthalle“ finanziert und ist mit einer Ausstellung an zwei Standorten verbunden, die am Sonnabend startete.
Die Arbeiten der Preisträger wurden den Angaben zufolge unter 178 Bewerbungen ausgewählt. Sie hätten die Jury durch ihre künstlerische Qualität sowie ihre auf die Ausstellungsorte abgestimmten sinnlichen, humorvollen und zeitkritischen Aussagen überzeugt, hieß es. Die Werke sind bis zum 30. März in der Kunsthalle und zum 15. April in der Osnabrücker „skulptur-galerie“ zu sehen. Bis zum 23. März werden dort außerdem Fotos zum Werk von Hiltrud Schäfer gezeigt.
Nikola Dicke arbeitet mit Licht und Video und verwandelt Räume zu traumhaften Installationen. Für den Hiltrud-Schäfer-Kunstpreis hat sie die Arbeit „Kindheitstraum“ in der „skulptur-galerie“ realisiert. Janina Fritz beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Körper und Raum und vor allem mit Badezimmern und öffentlichen sanitären Anlagen. Für die Kunsthalle hat sie eine großformatige Bodenskulptur in Form eines Abflusses in einem Spülbecken geschaffen.
Die Grafiken, Installationen, Performances und Videos von Olga Grigorjewa verbinden sich oft mit Gegenständen des Alltags. In ihrer neuen Arbeit „Highleid“ beleuchtet sie die Höhepunkte und das tiefe Fallen menschlicher Lebensphasen. Die hannoverschen Künstler Jan Neukirchen und Christian Lohre beschäftigen sich als „Gruppe Stumpf“ mit dem Spannungsfeld zwischen Technologie, Klangkunst und Skulptur. Ihr Kunstwerk ist ein Putzroboter, der durch einfache Veränderungen zu einem Raumvermesser und Zeichengerät wird.