Ein Reporter des NDR-Satiremagazins „extra 3“ ist am Sonntagabend trotz Akkreditierung von der CDU-Wahlparty in Berlin ausgeschlossen worden. Der Ausschluss von Maximilian Schafroth durch Sicherheitskräfte sei ohne Begründung erfolgt, teilte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Mittwoch auf Nachfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mit. Die CDU-Pressestelle habe später von einem Missverständnis gesprochen, informierte der NDR. Eine Anfrage des epd ließ die CDU-Pressestelle zunächst unbeantwortet.
Ein TV-Team von „extra 3“ war laut NDR am Abend der Bundestagswahl im Konrad-Adenauer-Haus, um die CDU-Wahlparty satirisch zu begleiten. Schafroth habe dabei „in seiner etablierten Satirefigur“ den Einmarsch der Führungsmannschaft der Union um Friedrich Merz (CDU) und Markus Söder (CSU) kommentiert, „wobei er Friedrich Merz ein satirisch betiteltes Buch ‘Regieren für Anfänger’ überreichen wollte“, so der NDR. „Unmittelbar nach dieser Aktion“ sei Schafroth „ohne Vorwarnung von den Sicherheitskräften aus dem Pressebereich entfernt worden, ohne dass ihm eine konkrete Begründung für diesen Eingriff gegeben wurde“.
Die CDU-Pressestelle habe den Rauswurf später als Missverständnis bezeichnet und mitgeteilt, dass Schafroth wieder Zugang zur Veranstaltung erhalte, informierte der NDR. Die Sicherheitskräfte vor Ort hätten dem „extra 3“-Team allerdings deutlich gemacht, dass bei dem „kleinsten Fehlverhalten“ erneut ein sofortiger Ausschluss erfolgen würde. Daraufhin habe sich das TV-Team entschieden, den Dreh abzubrechen.
Der Deutsche Journalisten-Verband kritisierte den Rauswurf. DJV- Bundesvorsitzender Mika Beuster sagte laut Mitteilung: „Das ist kein souveräner Umgang mit den Medien. Wir werden unser Mitglied rechtlich vertreten und kommunizieren auch ganz klar in Richtung CDU/CSU: Ein solches Vorgehen darf sich nicht wiederholen.“
Beuster wies darauf hin, wie wichtig es sei, dass Journalistinnen und Journalisten ungehindert ihrer Arbeit nachgehen könnten. Das gelte auch dann, wenn kritische bis unangenehme Fragen von Satire-Magazinen gestellt werden, so der DJV-Bundesvorsitzende.