Pflege, Familien, Klimaschutz – große Baustellen für Union und SPD. Die Caritas fordert nachhaltige Lösungen für soziale Sicherheit und gerechte Teilhabe. Präsidentin lobt spezielle Aspekt der Sondierung.
Mit den Sondierungsergebnissen von CDU, CSU und SPD ist nach der Einschätzung des Deutschen Caritasverband der Weg zu einer Koalition der Mitte und der sozialen Verantwortung offen. “Mit den bereits vorab bekannt gewordenen Reformen des Grundgesetzes wollen CDU/CSU und SPD die nötigen Spielräume für die großen Investitionserfordernisse schaffen. Mit Kitas und Krankenhäusern nennt die Einigung zwei Bereiche sozialer Infrastruktur, in die zusätzlich zu investieren die soziale Sicherheit wirksam stärken wird”, sagte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Samstagabend in Berlin.
Erfreulich sei, dass in dem am Samstag von den Parteispitzen vorgestellten Sondierungspapier eine große Pflegereform angekündigt werde. “Pflegende Angehörige müssen verlässlich entlastet werden. Eine vernetzte Weiterentwicklung von ambulanter und stationärer Pflege ist unabdingbar, für Prävention von Pflegebedürftigkeit muss es gezielte Ansätze geben”, betonte Welskop-Deffaa. Die Pflegeversicherung müsse auf eine nachhaltige Grundlage gestellt werden.
Die Caritas-Präsidentin unterstrich zudem: “Das Papier der Sondierungsgruppe setzt auch in der Familien- und Generationenpolitik wichtige Duftmarken: verlässliche Kinderbetreuungsangebote und Tagespflegen sind die Voraussetzung dafür, dass Paare ihren Alltag partnerschaftlich ohne Überforderung bestehen können.”
Außerdem sei positiv zu bewerten, dass die Parteien sich für eine sozial und ökonomisch ausgewogene Klimaschutzpolitik aussprechen. “Die Weiterfinanzierung des Deutschlandtickets und seine Weiterentwicklung zu einem Deutschlandticket family plus zählen für den Deutschen Caritasverband zu den wesentlichen Bausteinen einer modernen Mobilitätspolitik, die sich als soziale Teilhabepolitik versteht”, sagte Welskop-Deffaa.