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Was die Politik ausblendet: Klima, soziale Fragen und Gerechtigkeit

Pflege, Familienpolitik, Klimakrise sind wichtige Themen, die die Zukunft unseres Landes bestimmen. Politisch werden sie allerdings ausgeblendet. Und das ist fatal.

Wichtige soziale Themen spielten im aktuellen Wahlkampf keine Rolle
Wichtige soziale Themen spielten im aktuellen Wahlkampf keine Rolleepd-bild / Steffen Schellhorn

Am diesem Sonntag ist der Wahlkampf zu Ende. Menschen – hoffentlich viele – gehen dann zu den Wahlurnen und geben ihre Stimme ab. Andere haben schon im Vorfeld, etwa per Briefwahl, ihr Kreuz gemacht. Abends dann gibt’s die Ergebnisse. Die einen werden feiern, die andern damit hadern. Eins ist aber jetzt schon klar: Verlierer der Wahl sind wichtige Themen für die Zukunft unseres Landes.

Kein Wort zur Klimakrise, Bildung, Pflege, Familienpolitik

Nach dem Kanzler-Duell zwischen Olaf Scholz und Friedrich Merz war das Entsetzen groß: Kein Wort zur Klimakrise. Das Thema, das die Welt seit Jahren in Atem hält, wurde nicht einmal erwähnt. „Unfassbar“, kommentierte Klima-Aktivistin Luisa Neubauer in den sozialen Medien. Klimaschutz sei für die Zukunft Deutschlands existenziell.

Und während das TV-Duell wie der gesamte Bundestagswahlkampf vor allem die Migration, die schleppende Wirtschaft und die Folgen des Ukraine-Kriegs problematisierten, gerieten auch noch andere essenzielle Fragen in den Hintergrund. Darunter Bildung, Pflege oder Familienpolitik. Doch gerade diese Themen verdienen deutlich mehr Aufmerksamkeit. Denn sie werden die Zukunft unseres Miteinanders bestimmen.

Soziale Fragen sind zentral für unser Zusammenleben

Nicht nur das Grundgesetz, sondern schon die Bibel erinnert uns daran, dass soziale Fragen zentral für das Zusammenleben der Menschen sind. In der Bibel findet sich der Begriff Gerechtigkeit sogar mehr als 330 Mal. Schon der Prophet Sacharja verkündete Gottes Willen: „Richtet recht, und erweist einander Güte und Barmherzigkeit. Bedrückt nicht die Witwen, Waisen, Fremdlinge und Armen, und keiner ersinne in seinem Herzen Unheil gegen den anderen.“ Und Jesus spricht im sogenannten Gleichnis vom Weltgericht den bekannten Satz: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“

Übertragen in die heutige Zeit, stellen sich viele drängende Fragen: Wer steht den pflegebedürftigen Menschen zur Seite? Woher kommen ausreichend Kita-Plätze und gleiche Bildungschancen für alle? Wer sorgt für zeitgemäße Schulen, in denen Kinder und Jugendliche auch vernünftig lernen können? Wie steht es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Wer kümmert sich um Mindestlohn und Renten?

Wahlkampf 2025: Parteien fokussieren sich auf kurzfristige Schlagzeilen

Gewiss, hier und da wurden auch solche Themen aufgegriffen. Aber im Mittelpunkt der Politik stehen sie derzeit nicht. Dabei geht es um nicht weniger als die Verantwortung gegenüber den Alten und den zukünftigen Generationen. Das sind keine Randthemen, sondern Kernfragen sozialer Gerechtigkeit.

Der aktuelle Wahlkampf hat hier eine bedenkliche Schieflage gezeigt. Parteien fokussieren sich auf kurzfristige Schlagzeilen statt auf langfristige Lösungen. Doch eine gerechte Gesellschaft entsteht nicht durch das Ignorieren der Schwächsten. Unser Land muss sich fragen: Welche Vision von Gerechtigkeit wollen wir? Eine Politik, die nur reagiert – oder eine, die gestaltet?