Ein Wichtel im Advent: Vier Wochen Schabernack

Es geht doch nichts über die Adventszeit. Plätzchen backen, Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, Weihnachtslieder singen. Wir zeigen Ihnen die Adventsbräuche unserer Redakteurinnen und Redakteure.
Ein Wichtel im Advent: Vier Wochen Schabernack
Zum Frühstück liest Oke sogar die Evangelische Zeitung. Natürlich im Miniaturformat.
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Eigentlich beginnt es schon vor dem ersten Wochenende im Advent. Die Frage, ob Oke dieses Jahr wohl wieder kommt. Oke, das ist seit sieben Jahren der Wichtel, der bei uns einzieht. Wobei, gesehen hat ihn bisher niemand. Doch Ende November 1. Advent stellen die Kinder bei uns eine kleine Laterne auf, die ihn anlocken soll. Und bisher hat es immer funktioniert.  Ein kleines Türchen erscheint. Daneben ein Briefkasten, in dem Oke mal mehr und mal weniger regelmäßig kleine Briefe hinterlässt.
Der Umriss eines Wichtels am Fenster.
Laut der neuen Studie erlebt der Weihnachtswichtel 2025 einen deutlichen Aufschwung in der Beliebtheitsskala der Weihnachtstraditionen
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Oft hinterlässt er Wünsche. Zum Beispiel, dass die Kinder ihm ein Beet bauen, in dem er verschiedene Kräuter für seine Zauber pflanzen kann. Am nächsten Tag wachsen dort auf wundersame Weise süße Gummi-Erdbeeren. Die Kinder freut es. Sie revanchieren sich, indem sie Pizza in Wichtelgröße backen, Bilder malen oder Kuscheltiere zur nächtlichen Unterhaltung vor seine Tür stellen.

Manchmal treibt es der Wichtel zu wild

Mal erklärt Oke auch einfach nur die Spuren, die er bei seinen nächtlichen Abenteuern hinterlassen hat. Wenn ihm langweilig ist und er die Kerzen des Adventskranzes gegen Pastinaken austauscht, er Scherenschnitte ins Toilettenpapier schneidet oder sogar – was ihm äußerst unangenehm war – kleine Häufchen auf der Klobrille hinterlässt. Dass ein oder andere Mal musste er sich auch schon entschuldigen. Zuletzt als er allen Familienmitgliedern imposante Bärte mit Filzstift gemalt hatte. Mein Sohn drohte, den ganzen Zauber auffliegen zu lassen, wenn Oke es noch einmal so weit treiben würde. Mein Sohn wird bald neun Jahre alt. Schon im letzten Jahr beschlichen ihn langsam Zweifel, ob hinter dem Wichtelzauber nicht doch etwas anderes steckt, als reine Magie. In diesem Jahr ist klar „Die Perlen habe ich aber auch schon in unserer Bastelkiste gesehen.“ Oder „Der schreibt ja so wie du, Mama!“ Doch inzwischen hat er gesehen, wie sehr sich seine beiden kleinen Geschwister freuen und ist auch ein wenig stolz, mit Teil der familieninternen Wichterverschwörung zu sein.
Johanna TyrellJ
Ein Beitrag von:

Johanna Tyrell

hat in Köln und Córdoba (Argentinien) Regionalwissenschaften Lateinamerikas studiert. Nach ihrem Diplom und verschiedenen Praktika in Mexiko, Costa Rica und Chile absolvierte sie ihren Master in Journalismus und Medienwirtschaft und parallel dazu ihr Volontariat beim Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z). Seither als freie Journalistin in Hamburg unterwegs – als Korrespondentin für den Weserkurier oder in der Nachrichtenredaktion von stern.de. Seit 2018 bei der Evangelischen Zeitung für Hamburg im Einsatz.

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