Der Ramadan ist vorbei, hinter den Muslimen liegen 30 entbehrungsreiche Fastentage. Nun wird gefeiert. Auch Bundespräsident Steinmeier gratuliert zum Fest des Fastenbrechens – und zieht Parallelen zum Christentum.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Musliminnen und Muslimen in Deutschland zum Fest des Fastenbrechens gratuliert. Religion gebe dem Leben eine Struktur und eine Dimension über die alltägliche Welt hinaus. So kenne er es auch als Christ, so Steinmeier in seiner am Sonntag verbreiteten Grußbotschaft zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan.
Das Staatsoberhaupt rief zu religiöser Toleranz auf: “Bringen wir zum Ausdruck, dass wir auch andere Wege des Glaubens und der Vorstellung vom Göttlichen respektieren. Und tragen wir so zu dem bei, von dem die Gläubigen aller Religionen träumen und wonach sie sich sehnen: zum Frieden.”
An vielen Orten seien zum Fastenbrechen auch nichtmuslimische Nachbarn, Freundinnen und Freunde zum gemeinschaftlichen Feiern eingeladen. “Das ist mehr als nur eine schöne Geste – das ist für unser gesellschaftliches Zusammenleben von allergrößter Bedeutung”, betonte Steinmeier. “Niemand nimmt seinem eigenen Glauben etwas weg, wenn er solche Einladungen ausspricht, und niemand nimmt seinem eigenen Glauben etwas weg, wenn er solche Einladungen annimmt.”
In seiner Grußbotschaft erinnerte Steinmeier auch an die inzwischen verbreiteten Kalender für den islamischen Fastenmonat Ramadan, die nach dem Vorbild von Adventskalendern gestaltet und bei vielen muslimischen Kindern beliebt sind: “Ein kleines Zeichen dafür, wie sehr der Islam hier in Deutschland mit dessen besonderen Traditionen angekommen ist.”
Mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens, arabisch Eid al-Fitr, feiern Muslime weltweit das Ende des Ramadan. Während des Fastenmonats verzichten die Gläubigen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf jegliches Essen und Trinken. Das Fest zählt neben dem Opferfest während des Pilgermonats Dhu l-Hiddscha zu den Höhepunkten des islamischen Jahres. Ein zentraler Aspekt ist dabei der Gedanke der Versöhnung. Muslime feiern das Fest mit Familienbesuchen und Geschenken wie Spielzeug und Süßigkeiten an die Kinder. In der Türkei wird das Fest des Fastenbrechens deshalb auch Zuckerfest genannt.