Artikel teilen:

NRW-Kirchen verlieren weiter Mitglieder

Die Kirchen in Nordrhein-Westfalen haben im vergangenen Jahr weitere Mitglieder verloren. Die drei evangelischen Kirchen in Westfalen, Rheinland und Lippe verzeichneten einen Rückgang um rund 132.950 Mitglieder von rund 4,27 Millionen Ende 2023 auf rund 4,14 Millionen Ende 2024, wie die drei Landeskirchen am Donnerstag mitteilten. In den fünf katholischen Bistümern und Erzbistümern Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn sank die Zahl auf 6,06 Millionen Mitglieder. Das waren 184.000 Menschen weniger als im Vorjahr, als die Mitgliederzahl bei 6,24 Millionen gelegen hatte. Es handelt sich um vorläufige Zahlen.

Zur Evangelischen Kirche im Rheinland gehörten Ende 2024 noch 2,12 Millionen Mitglieder, etwa 70.000 weniger als ein Jahr zuvor. Das war ein Rückgang von knapp 3,2 Prozent und damit prozentual etwas weniger als im Vorjahr (3,2 Prozent). 42.200 Kirchenaustritten und 40.900 Sterbefällen standen 12.900 Taufen und 2.100 Aufnahmen gegenüber.

Zur westfälischen Kirche gehörten Ende 2024 1,89 Millionen Mitglieder, 58.195 weniger als ein Jahr zuvor. Das entspricht einem Rückgang von rund drei Prozent. Im Jahr 2024 gab es demnach rund 31.000 Austritte und 34.000 Sterbefälle. Zugleich wurden 10.800 Taufen und 1.190 Aufnahmen verzeichnet.

Die Lippische Landeskirche zählte zum Jahreswechsel 130.705 Mitglieder, rund 4.720 weniger als ein Jahr zuvor. 2.330 Austritten und 2.770 Sterbefällen standen 611 Taufen und 83 Aufnahmen gegenüber.

Der rheinische Präses Thorsten Latzel sagte: „Wir müssen Kirche grundlegend verwandeln.“ Kirchenaustritte seien ein Teil der De-Institutionalisierung in vielen Ländern Europas, die auch Parteien und Gewerkschaften betreffe. Wie die Rolle von Glaube und Kirche in Zukunft aussehen werde, sei noch nicht klar. In den aktuell herausfordernden Zeiten würden Menschen neu nach Hoffnung, Halt, Sinn und Gemeinschaft fragen und auch Institutionen könnten eine neue Bedeutung bekommen.

Die Lippische Landeskirche nannte als Ursachen für den Mitgliederrückgang Altersentwicklung, Wanderungsbewegungen und Austritte. Die Landeskirche verwies auf ihren Zukunftsprozess. Dabei gehe es unter anderem um die Kommunikation des Evangeliums, die Stärkung von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden sowie für alle Menschen da zu sein. Auf der kommenen Landessynode im Juni soll über konkrete Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele entschieden werden.

Bundesweit haben die beiden großen Kirchen im vergangenen Jahr zusammen mehr als eine Million Mitglieder verloren. Wie aus am Donnerstag von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz veröffentlichten Zahlen hervorgeht, gehörten Ende 2024 noch rund 37,8 Millionen Menschen einer der beiden Kirchen an. 2023 hatten die Kirchen noch 38,9 Millionen Mitglieder.