Weil sie eine Kirche in der Jerusalemer Altstadt bespuckt haben sollen, wurden acht Personen festgenommen. Spuckangriffe und weitere antichristliche Gewalt sind seit Jahren ein Problem im Heiligen Land.
Die Jerusalemer Polizei hat am Donnerstagabend acht Personen festgenommen, die unter Verdacht stehen, eine Kirche in der Jerusalemer Altstadt bespuckt zu haben. “Leider sind wir Zeugen eines verabscheuungswürdigen und inakzeptablen Phänomens von Hassausbrüchen gegenüber Christen in der Altstadt von Jerusalem”, sagte der zuständige Polizeikommandant Dvir Tamim laut Mitteilung der Polizei von Freitag.
Bei den Festgenommenen handelt es sich laut Polizei um Erwachsene und Minderjährige. Zwei von ihnen stehen außerdem in Verdacht, an einem ähnlichen Vorfall vor zwei Monaten beteiligt gewesen zu sein. Man werde keine Akte des Hasses tolerieren, nicht gegen Christen, Juden oder Muslime, so Tamim. Das seit Jahren existierende “hässliche Phänomen” schädige die Koexistenz in der Altstadt.
“Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, dass jeder Mensch jeder Religion in der Altstadt und insbesondere an den heiligen Stätten seine Religion frei ausüben kann”, so der Polizeikommandant. Er kündigte an, offene und verdeckte Einsätze fortzusetzen. Da ein Großteil der Fälle, in denen Christen bespuckt werden, nicht gemeldet werde, müsse die Polizei auf der Basis von Überwachungskameras, Präsenz vor Ort und kreative Aktivitäten tätig werden.
Kirchenführer beklagen seit langem die anhaltenden Übergriffe auf Christen durch radikale religiöse Juden, die seit Amtsantritt der gegenwärtigen rechts-nationalen Regierung deutlich zugenommen hätten. Das im Sommer 2023 von Freiwilligen und Kirchenführern eingerichtete Online-Datenzentrum “report-hotline.com”, bei dem Betroffene und Zeugen anonym Fälle melden können, verzeichnete laut dem jüngsten Bericht im vierten Quartal 2024 insgesamt 31 Zwischenfälle, darunter 19 Spuckangriffe sowie je zwei Fälle von physischer Gewalt und Vandalismus. 25 der Fälle fanden in Jerusalem statt. Die Dunkelziffer liege jedoch vermutlich deutlich höher.