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Jubiläum hat Ökumene in Schwung gebracht

Rund 600.000 Besucher bei 600 Veranstaltungen – das ist die positive Bilanz der hannoverschen Landeskirche zum Reformationsjubiläum. Am beliebtesten waren ein Stadt-Fest und ein Oratorium.

Das Pop-Oratorium "Luther" wurde im Januar in Hannover aufgeführt
Das Pop-Oratorium "Luther" wurde im Januar in Hannover aufgeführtStefan Heinze / epd

Hannover. Das Reformationsjubiläum in diesem Jahr hat nach Ansicht von Landesbischof Ralf Meister vor allem in den mehr als 1.200 Kirchengemeinden der hannoverschen Landeskirche viel in Gang gesetzt. Insgesamt haben Meister zufolge in dem am 31. Oktober auslaufenden Jubiläumsjahr der Reformation durch Martin Luther mehr als 600.000 Menschen rund 6.000 Veranstaltungen in den Gemeinden der evangelischen Landeskirche besucht. "Das ist eine Zahl, auf die wir sehr stolz sind", sagte der Bischof.
Auch für die Ökumene habe das Jahr neuen Schwung gebracht, sagte Meister. Dabei seien nicht nur die großen Versöhnungsgottesdienste der evangelischen und katholischen Kirche in Hildesheim und Osnabrück beispielgebend. In den Feiern hatten sich Protestanten und Katholiken von jahrhundertelangen Anfeindungen distanziert und ihre Gemeinsamkeiten hervorgehoben. Die großen Gesten und Zusagen der Bischöfe beider Konfessionen hätten Erwartungen geweckt, sagte Meister. Doch sie allein machten nicht die Zukunft der Ökumene aus. "Sie entsteht in den Kirchengemeinden, wo sich die Menschen begegnen auch über die Konfessionen hinweg", auch das hätten zahlreiche Veranstaltungen im Jubiläumsjahr deutlich gemacht. 

Reformation für die kleine Christen

Zu den größten Veranstaltungen zählten laut Bilanz der Landeskirche ein "Fest für alle" des Stadtkirchenverbandes Hannover mit rund 120.000 Besuchern sowie Aufführungen des Pop-Oratoriums "Luther" mit insgesamt rund 15.000 Zuschauern. Den "Erlebnisraum Taufe", den die Landeskirche auf der Weltausstellung Reformation in der Lutherstadt Wittenberg gestaltet hatte, besuchten knapp 10.000 Menschen. Mehr als 250 Erzieherinnen ließen sich zu "Lutherbotschafterinnen" ausbilden, um auch den Kleinsten die Reformation nahezubringen. Zum Reformationsjubiläum am 31. Oktober sind noch einmal rund 800 Gottesdienste geplant.
Über die evangelische Kirche hinaus beteiligten sich nach den Worten der Osnabrücker Landessuperintendentin Birgit Klostermeier vielfach weitere Akteure. So hätten in Osnabrück evangelische und katholische Kirche, Stadt, Land und Universität eine gemeinsame Trägergesellschaft gegründet. Allein der evangelische Kirchenkreis Lüneburg hat nach Angaben der Lüneburger Pastorin Silke Ideker rund 200 Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Menschen konnten Thesentüren gestalten, eine Wandelkirche ohne Bänke lud zu Lesungen, Musik und Tanz ein. Fahrradtouren führten zu Orten der Reformation. Vorträge beleuchteten etwa das Verhältnis des Reformators zu den Juden. (epd)