Viele Fußball-Fans fiebern schon dem Niedersachsen-Derby in der Zweiten Bundesliga zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig an diesem Sonntag in Hannover entgegen. Pastoren und Diakone aus beiden Städten haben am Donnerstagabend in Hannover schon einmal einen Vorgeschmack auf das Event gegeben und beim Fußball in einer Kirche ihre Kräfte gemessen. Dabei setzte sich Hannover nach hart umkämpftem Spiel schließlich mit 21 zu 16 Toren durch.
Das Ergebnis sei aber letztlich zweitrangig, sagte Sportpastor Peter-Christian Schmidt aus Garbsen bei Hannover am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd): „Wir wollen ein Zeichen für ein friedliches Miteinander setzen.“ Nach dem Spiel hätten die Frauen und Männer aus Hannover und Braunschweig noch friedlich zusammengesessen und Pizza gegessen. „Und wir haben uns in Vorfreude auf das Spiel am Sonntag ausgetauscht.“
Für das Derby der Geistlichen war in der evangelischen Lutherkirche ein Soccer-Court aufgebaut. Die Spielerinnen und Spieler liefen in Original-Trikots auf, die von den beiden Fußball-Clubs zur Verfügung gestellt wurden: Hannover in Rot-Schwarz, Braunschweig in Gelb-Blau. Gespielt wurde drei gegen drei über zweimal 30 Minuten, wobei beide Teams die Spielerinnen und Spieler jeweils immer wieder durchwechselten. Die von 1895 bis 1898 im neugotischen Stil errichtete Lutherkirche wird heute als Jugendkirche genutzt und kann im Inneren flexibel gestaltet werden.
„Es war hart umkämpft, wir haben uns keinen Millimeter geschenkt“, sagte Schmidt, der fünf Tore beisteuerte. Einige Besucherinnen und Besucher stimmten Fangesänge an, und vor dem Spiel gab es eine Andacht. Das echte Derby zwischen den Profis von Hannover 96 und Eintracht Braunschweig beginnt am Sonntag um 13.30 Uhr in der Heinz-von-Heiden-Arena in Hannover. Beide Clubs gelten in Niedersachsen als Rivalen. Vergangene Derbys waren immer wieder von aggressiver Stimmung begleitet.
Das Pastoren-Derby wurde unterstützt von der Per Mertesacker-Stiftung sowie von den Profi-Abteilungen von Hannover 96 und Eintracht Braunschweig. Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer aus Braunschweig betonte, alle könnten nur gewinnen, wenn Hannoveraner und Braunschweiger gemeinsam Spaß hätten.