Elizabethtown, eine Kleinstadt in Lancaster County mit rund 12.000 Einwohnern im US-Bundesstaat Pennsylvania. Einfamilienhäuser mit gepflegten Vorgärten und Pickups in den Einfahrten. Eine Idylle mit Rissen, denn die Gemeinde ist tief gespalten. Seit einiger Zeit beherrschen ideologische Grabenkämpfe zwischen den Bürger*innen das gesellschaftliche Klima in der Stadt. In dieser traditionell republikanisch geprägten Gegend sind christliche Nationalisten auf dem Vormarsch. Die erste Amtszeit von Präsident Donald Trump, hitzige Diskussionen über die Maßnahmen während der Coronapandemie, über Gender, Abtreibung, Waffenbesitz und Rassismus – all das war der Nährboden dafür, was sich seit einiger Zeit im Schulausschuss der Kleinstadt abspielt. In dieser aufgeheizten Stimmung setzt die Handlung des Dokumentarfilms „Elizabethtown – Kulturkampf im Herzen der USA“ (2024) der französischen Regisseurin Auberi Edler ein.
In den USA werden öffentliche Schulen von Schulausschüssen geleitet. Sie setzen sich aus Bürgern zusammen, die in allgemeinen Wahlen gewählt werden. In Elizabethtown besteht dieser Ausschuss aus neun Mitgliedern. Allesamt Republikaner, darunter vier, die sich am extrem rechten Rand der Partei befinden. Es ist 2023 und die fünf Sitze der moderaten Republikaner stehen zur Wahl. Auberi ist ein ganzes Jahr lang mit ihrer Kamera dabei: bei den öffentlichen Sitzungen des Schulausschusses, beim Häuserwahlkampf, bei Veranstaltungen verschiedener christlich-nationalistischer Gruppierungen und ihrer demokratischen Gegenparts. Sie zeigt, wie sich die LGBTQ-freundliche Kirche im Ort versucht gegen eine nicht nur sprachlich militaristisch agierende rechtsextreme Gemeinde zu positionieren. Gezeigt wird auch der Schulalltag in Elizabethtown, der von diesem Kulturkampf geprägt ist.
