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Ex-Abgeordneter wirft Israels Regierung anti-arabische Hetze vor

Israels rechtsnationale Regierung hat den 7. Oktober dazu ausgenutzt, um antiarabische Stimmung im Land zu verbreiten: Diesen Vorwurf erhebt Taleb al-Sana, früherer Abgeordneter der Knesset, Rechtsanwalt und Beduine.

Der Angriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 und seine Folgen haben nach Worten des früheren Knessetabgeordneten Taleb al-Sana (Arabisch-Demokratische Partei) haben zu einer massiven Spaltung zwischen jüdischen und arabischen Israelis geführt. “Die Juden machten sich das Opfersein zu eigen und schrieben uns die Zugehörigkeit zum Angreifer zu, obwohl die Hamas keinen Unterschied zwischen jüdischen oder beduinischen Israelis gemacht hat”, sagte al-Sana der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Jerusalem.

Den 7. Oktober bezeichnete der Beduine und Rechtsanwalt als “ein echtes Erdbeben in Bezug auf die zwischenmenschlichen und gruppenbezogenen Weltanschauungen von Juden und Arabern”. Aus der auf ideologischen und politischen Fragen beruhenden Rechts-Links-Spaltung der israelischen Gesellschaft sei eine Spaltung entlang der ethnisch-nationalen Linie geworden.

Al-Sana warf der jüdischen Mehrheit vor, die Verantwortung auf die Minderheit abgewälzt zu haben. Gleichzeitig habe die Regierung die Katastrophe des 7. Oktober “auf zynische und politische Weise” dazu genutzt, die jüdische Mehrheit gegen die arabische Minderheit aufzuhetzen, indem sie sie kollektiv als Hamas-Unterstützer dargestellt habe. In den beduinischen Gemeinden der Negevwüste habe der Staat etwa trotz des kriegsbedingten Ausnahmezustands in beispiellosem Umfang seine Politik der Vertreibung und Hauszerstörung vorangetrieben.

“Verantwortungsvolle Führung arbeitet daran, Gräben zu überwinden, aber diese Führung ist unverantwortlich und lässt es an Zurückhaltung fehlen”, sagte al-Sana. Der 7. Oktober, der auch in der beduinischen Gemeinde Israels zahlreiche Opfer gefordert habe, habe eine “jüdisch-beduinische Schicksalsgemeinschaft im Negev” offenbart; diese müsse Grundlage für eine politische Partnerschaft sein, “um die Realität zu verändern und eine gemeinsame jüdisch-arabische Zukunft im Staat Israel zu gewährleisten”, so al-Sana.