Ein Minus von 3,2 Prozent: Die evangelische Kirche schrumpft weiter, wenn auch etwas langsamer als zuvor. Eine Zahl bereitet Bischöfin Kirsten Fehrs besonders Sorge.
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist weiter geschrumpft. Zum Jahresende 2024 gehörten 17,98 Millionen Menschen den bundesweit 20 evangelischen Landeskirchen an, wie die EKD am Donnerstag in Hannover mitteilte. Das seien 3,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit machen die evangelischen Christen einen Anteil von 21,5 Prozent an der Gesamtbevölkerung aus. 345.000 Protestanten sind laut Angaben im vergangenen Jahr aus der Kirche ausgetreten. Damit habe die Zahl der Austritte um 8,2 Prozent leicht abgenommen.
Eine Kirche, die sich immer weniger auf solidarische Unterstützung von Menschen verlassen könne, müsse künftig verstärkt auswählen, wo sie mit ihren begrenzten Mitteln besonders wirksam sein könne, erklärte die EKD-Ratsvorsitzende Bischöfin Fehrs. Sorge bereiteten ihr vor allem die rückläufigen Taufzahlen. „Wir werden alles daransetzen, Menschen mit unseren kirchlichen und diakonischen Angeboten in Kontakt zu bringen und die Bedeutung der Taufe als Ankerpunkt christlicher Gemeinschaft zu verdeutlichen.“
Getauft wurden in den evangelischen Landeskirchen 2024 rund 110.000 Menschen. 2023 waren es 136.000. Zusätzlich gab es rund 15.000 Aufnahmen in die evangelische Kirche. Demgegenüber standen 2024 rund 335.000 Sterbefälle.