Offenbar unter politischem Druck der Republikanischen Partei hat die US-Hauptstadt Washington mit der Entfernung des „Black Lives Matters“-Wahrzeichens in Sichtweite des Weißen Hauses begonnen. Im Einsatz waren Bauarbeiter mit Pressluftbohrern. Der zwei Blocks lange Schriftzug mit mehr als zehn Meter hohen gelben Buchstaben war nach dem gewaltsamen Tod des Afro-Amerikaners George Floyd in Polizeihänden im Mai 2020 geschaffen worden. Millionen Menschen demonstrieren landesweit gegen Polizeibrutalität und Rassismus.
“Black Lives Matter” wird nicht mehr gebraucht
Washingtons demokratische Bürgermeisterin Muriel Bowser hat den bemalten Straßenabschnitt damals in „Black Lives Matter Plaza“ umbenannt und als „permanente Einrichtung“ gefeiert. Vor wenigen Tagen teilte Bowser jedoch mit, „Black Lives Matter“ müsse weg. Der Schriftzug habe einmal „eine wichtige Rolle gespielt“, doch nun gehe es darum, dass „unsere Einwohner und unsere Wirtschaft überleben“. Sie habe mit dem Weißen Haus gesprochen, und dort könne man den Schriftzug nicht leiden, sagte sie bei einer Pressekonferenz.
US-Präsident Donald Trump hatte in seiner ersten Amtsperiode „Black Lives Matter“-Demonstranten als Terroristen und Gangster beschimpft und anscheinend den Einsatz des Militärs in Betracht gezogen. Der republikanische Kongressabgeordnete Andrew Clyde drohte der Stadt Washington vergangene Woche mit dem Entzug von Subventionen, sollte „Black Lives Matter Plaza“ nicht in „Freiheitsplatz“ umbenannt werden.
Umbenennung per Dekret: Auch “Golf von Mexiko” heißt jetzt anders
Trumps Regierung hat mehrere Umbenennungen beschlossen. Am bekanntesten ist das Dekret, den Golf von Mexiko südlich der USA Golf von Amerika zu nennen. Den Denali-Berg in Alaska, den höchsten Berg Nordamerikas, lässt Trump wieder Mount McKinley nennen, nach dem republikanischen Präsidenten William McKinley (1897-1901). Auch zwei Militärstützpunkte in den USA sind umbenannt worden.