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“Black Lives Matter”-Schriftzug vor Weißem Haus wird entfernt

Nach dem Golf von Mexiko und dem Denali-Berg in Alaska passt jetzt auch der “Black Lives Matter”-Schriftzug unweit des Weißen Hauses nicht mehr in das Weltbild der US-Regierung.

Nach dem Tod von George Floyd am 25. Mai 2020 wurden die BlackLivesMatter-Demonstrationen wieder verstärkt aufgenommen
Nach dem Tod von George Floyd am 25. Mai 2020 wurden die BlackLivesMatter-Demonstrationen wieder verstärkt aufgenommenUnsplash / Colin Lloyd

Offenbar unter politischem Druck der Republikanischen Partei hat die US-Hauptstadt Washington mit der Entfernung des „Black Lives Matters“-Wahrzeichens in Sichtweite des Weißen Hauses begonnen. Im Einsatz waren Bauarbeiter mit Pressluftbohrern. Der zwei Blocks lange Schriftzug mit mehr als zehn Meter hohen gelben Buchstaben war nach dem gewaltsamen Tod des Afro-Amerikaners George Floyd in Polizeihänden im Mai 2020 geschaffen worden. Millionen Menschen demonstrieren landesweit gegen Polizeibrutalität und Rassismus.

“Black Lives Matter” wird nicht mehr gebraucht

Washingtons demokratische Bürgermeisterin Muriel Bowser hat den bemalten Straßenabschnitt damals in „Black Lives Matter Plaza“ umbenannt und als „permanente Einrichtung“ gefeiert. Vor wenigen Tagen teilte Bowser jedoch mit, „Black Lives Matter“ müsse weg. Der Schriftzug habe einmal „eine wichtige Rolle gespielt“, doch nun gehe es darum, dass „unsere Einwohner und unsere Wirtschaft überleben“. Sie habe mit dem Weißen Haus gesprochen, und dort könne man den Schriftzug nicht leiden, sagte sie bei einer Pressekonferenz.

US-Präsident Donald Trump hatte in seiner ersten Amtsperiode „Black Lives Matter“-Demonstranten als Terroristen und Gangster beschimpft und anscheinend den Einsatz des Militärs in Betracht gezogen. Der republikanische Kongressabgeordnete Andrew Clyde drohte der Stadt Washington vergangene Woche mit dem Entzug von Subventionen, sollte „Black Lives Matter Plaza“ nicht in „Freiheitsplatz“ umbenannt werden.

Umbenennung per Dekret: Auch “Golf von Mexiko” heißt jetzt anders

Trumps Regierung hat mehrere Umbenennungen beschlossen. Am bekanntesten ist das Dekret, den Golf von Mexiko südlich der USA Golf von Amerika zu nennen. Den Denali-Berg in Alaska, den höchsten Berg Nordamerikas, lässt Trump wieder Mount McKinley nennen, nach dem republikanischen Präsidenten William McKinley (1897-1901). Auch zwei Militärstützpunkte in den USA sind umbenannt worden.

Vergangene Woche hat Trump das Anahuac-Tierschutzgebiet in Texas „Jocelyn Nungaray National Wildlife Refuge“ umbenannt. Die Zwölfjährige wurde angeblich von zwei Männern aus Venezuela ohne Papiere in den USA ermordet. Im Wahlkampf hatte Trump viel über den Fall gesprochen.