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Bericht: Polizei erfasste 2024 weniger Kriminalitätsdelikte in MV

Die Polizei hat in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr 108.544 Straftaten registriert und damit 2,7 Prozent (-3.027 Fälle) weniger als im Vorjahr. Das geht aus der am Dienstag vom Schweriner Innenministerium veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik für 2024 hervor. Die Häufigkeitszahl (Straftaten pro 100.000 Einwohner) sank um 2,8 Prozent, wie das Innenministerium informierte. Die Aufklärungsquote von 64,4 Prozent übertraf den Vorjahreswert (2023: 62,8 Prozent). 41.898 Tatverdächtige wurden ermittelt, darunter 7.952 nichtdeutsche.

Es gab laut Innenministerium weniger Diebstahlsdelikte und weniger Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Die Zahl der Diebstahlsdelikte verringerte sich um 8,5 Prozent auf 29.206 Fälle. Die Zahl der Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung ging um 4,7 Prozent zurück auf 2.007 Fälle: Es gab 359 Fälle der sexuellen Belästigung: (-54 Fälle), 205 Fälle von sexuellen Übergriffen oder Nötigung (-42 Fälle) und 302 Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern (-18 Fälle). In der Deliktsgruppe „Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinderpornografischer Inhalte“ blieben die Zahlen den Angaben zufolge auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr (2024: 603 Fälle, 2023: 649 Fälle). Auffällig sei, dass weiterhin mehr als die Hälfte der Tatverdächtigen in diesem Bereich unter 18 Jahre alt ist, hieß es.

Hingegen erhöhte sich die Zahl der Straftaten gegen das Leben um 10 auf 47. Dabei handelte es sich in 24 Fällen um Totschlag, darunter 20 Fälle von versuchtem Totschlag. Die Zahl der Morde stieg um 3 auf 10 Fälle, darunter 6 versuchte Morde.

Ein besonders alarmierender Trend zeige sich bei der Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte, hieß es. 1.103 Fälle von Widerstand oder tätlichen Angriffen auf Einsatzkräfte seien registriert worden und damit 89 Fälle (+8,8 Prozent) mehr als im Vorjahr. In 96,2 Prozent der Fälle waren Polizistinnen und Polizisten Opfer von Widerstandshandlungen.

Im Bereich „Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit“ erhöhte sich die Deliktzahl um 2,2 Prozent auf 20.033 Fälle. Besonders betroffen waren Bedrohungsdelikte (+7,2 Prozent; +345 Fälle) und Körperverletzungsdelikte (+1,9 Prozent, +231 Fälle).

Zudem wurden 5.005 Fälle (2023: 5.016 Fälle) von häuslicher Gewalt erfasst, darunter 3.206 Körperverletzungen und 14 Tötungsdelikte (4 davon vollendet). Innenminister Christian Pegel (SPD) sagte laut Mitteilung: „Die jüngste Evaluierung unseres Sicherheits- und Ordnungsgesetzes (SOG MV) hat gezeigt, dass die polizeirechtlichen Maßnahmen bei häuslicher Gewalt weiterentwickelt werden müssen. Für die anstehende Novellierung des SOG MV prüft das Innenministerium daher die Einführung verschiedener weiterer Befugnisse für die Polizei für wirksame Kontakt- und Näherungsverbote.“

Im Jahr 2024 wurden in MV zudem 452 Messerangriffe registriert, das waren 85 Fälle weniger als im Vorjahr. 437 Tatverdächtige wurden ermittelt. „Messerangriffe sorgen für besondere Verunsicherung in der Bevölkerung. Unsere oberste Priorität bleibt es, die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. Wir werden daher mit aller Konsequenz gegen diese Taten vorgehen – mit verstärkten Kontrollen, der Einrichtung von Waffenverbotszonen und einer konsequenten Strafverfolgung. Eine entsprechende Landesverordnung ist bereits in Arbeit“, sagte Pegel.