Weihnachtsdekoration in den USA: Von schrill bis schön

Blinkende Lichter, aufblasbare Weihnachtsmänner: Unsere Autorin Mirjam Rüscher verbringt die Vorweihnachtszeit in den USA. Hier gilt: je auffälliger, desto besser. Über Geschmack lässt sich streiten.
Weihnachtsdekoration in den USA: Von schrill bis schön
Dass in den USA die Weihnachtsdeko etwas bunter ausfallen kann, wissen wir bereits aus Filmen und Serien
epd-Bild/ Heike Lyding

Ein Weihnachtsbaum, ein Adventskranz, eine Handvoll Baumkugeln auf der Fensterbank und zwei, drei Kerzen mehr als sonst – Weihnachtsdekoration muss für mich zu Hause klassisch und schlicht sein. Ein paar liebevoll ausgesuchte Details, die Heimeligkeit und etwas Glanz verleihen. Das heißt aber nicht, dass ich üppigere Dekorationen nicht mag. Festliche Straßenbeleuchtung, glitzernde Weihnachtsbäume in Schaufenstern, Lichterketten, die Bäume oder Häuserfassaden zieren.

Wenn ich in Hamburg mal etwas mehr Weihnachtsstimmung möchte, dann fahre ich in die Innenstadt, in die Mönckebergstraße, zum Rathausplatz. Hier, wo die Touristinnen und Touristen sich tummeln, ist Hamburg am festlichsten dekoriert.

Vorweihnachtszeit in den USA: Aufblasbare Weihnachtsmänner und Rentiere

Gerade verbringe ich die Vorweihnachtszeit in den USA, in einer Vorstadt von Detroit. Hier ist fast überall Mönckebergstraße. Bunte Lichter, blinkende Lichter, aufblasbare Weihnachtsmänner, Rentiere, Schneemänner, je auffälliger, desto besser. Dekorierte Weihnachtsbäume sind hinter vielen Fenstern bereits zu sehen, in manchen Häusern hinter jedem Fenster.

In den beschaulichen Nachbarschaften scheint es einen Wettbewerb zu geben, wer sein Haus am hellsten und buntesten beleuchtet. Auffällig ist, dass gute oder schlechte Dekorationen (das liegt ja auch immer im Auge der Betrachterin) nicht an Häusergrößen (und Geld) festzumachen sind. Es gibt klein und geschmackvoll, groß und überkandidelt, von manchem Haus fühlt man sich fast angeschrien vor lauter Dekoration. Kurz: Hier ist für jeden und jede was dabei.

Kirchen bleiben dunkel

Für mich auf jeden Fall. Ich liebe es, durch die Gegend zu fahren (oder mich fahren zu lassen) und die bunten Lichter auf mich wirken zu lassen. Mit Freude entdecke ich kleine Details, besonders schöne Kränze, die vor Türen hängen und immer wieder hört man mich sagen, „Das gefällt mir am besten“ (nur um es zwei Straßen weiter gleich wieder zu sagen).

Wer nicht mitmacht? Die Kirchen. Dunkel ruhen sie zwischen den blinkenden Lichtern. Ist ja auch mal eine Chance aufzufallen - indem man nicht jeden Trend mitmacht, sondern sich unauffällig verhält.

Mirjam RuescherM
Ein Beitrag von:

Mirjam Ruescher

Freie Autorin aus Hamburg. Sie hat Germanistik, Philosophie sowie Journalistik und Medienwirtschaft in Flensburg, Berlin und Kiel studiert. Seit 2013 ist sie als freie Journalistin für verschiedene Medien tätig, arbeitete unter anderem für Spiegel Online, den Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag, das Hamburger Abendblatt und den Evangelischen Presseverband Nord. Sie schreibt über alles, was ihr begegnet, am liebsten Porträts und Reportagen. Besonderes Interesse hat sie an den Themen Psychologie, Reise, Kultur, Lebensstil und Pferden.

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