Matthias Vosseler, evangelischer Pfarrer an der Stuttgarter Stiftskirche, hat sich kritisch zum Papsttum geäußert. „In der evangelischen Tradition sind wir alle Petrus, nicht nur einer in Rom“, sagte Vosseler am Donnerstagabend in Stuttgart im Eröffnungsgottesdienst der Synode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Diese „Demokratisierung“ von Leitung gehöre für ihn zum schönsten des Evangelischseins und sei der Grund, weshalb er nie seine Konfession wechseln würde, bekannte Vosseler.
Am Beispiel des Jüngers Petrus verdeutlichte der Pfarrer, wie biblische Erzählungen Hoffnung auf Neuanfang geben. Petrus, der Jesus dreimal verleugnete, stehe für den „zerbröckelnden Fels“ menschlicher Schwäche. „Bei Jesus wird man nicht gleich abgeschrieben, wenn man einen Fehler gemacht hat“, betonte Vosseler. Entscheidend seien Reue und die Bereitschaft, Verantwortung zu tragen.