Das hannoversche Sprengel-Museum präsentiert von Sonnabend an die erste umfassende Schau zum Werk der Malerin Grethe Jürgens. Die Retrospektive zeige 180 Werke aus verschiedene Schaffensphasen der 1899 in der Nähe von Osnabrück geborenen Künstlerin, teilte das Museum am Donnerstag in Hannover mit, darunter charakteristische Porträts, Stadtlandschaften und spätere abstrakte Arbeiten. Die Ausstellung läuft bis zum 15. Juni.
Jürgens sei eine prägende Künstlerin der Neuen Sachlichkeit in den 1920er Jahren gewesen, hieß es. 1919 nahm sie ein Grafikstudium in Hannover auf, wo sie auf Künstlerinnen und Künstler traf, die später die hannoversche Gruppe der Neuen Sachlichkeit prägten.
„Grethe Jürgens entwickelte einen unverkennbaren Stil, der durch präzisen Realismus und einen analytischen, distanzierten Blick besticht“, sagte Kuratorin Karin Orchard. Mit großer Sensibilität habe sie das Leben von Arbeiterinnen, Arbeitern und gesellschaftlichen Randgruppen festgehalten, ohne zu verurteilen oder zu idealisieren. „Ihre Werke beleuchten feinfühlig die sozialen Spannungen und Herausforderungen des Lebens am Rand der Gesellschaft.“