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Sozialverbände: Umstellung auf G9 verursacht Personalproblem

Soziale Einrichtungen in Bayern sehen sich durch die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) mit einem drastischen Mangel an Freiwilligen konfrontiert. Durch den fehlenden Abiturjahrgang rechnet das Bayerische Rote Kreuz (BRK) mit einer Personallücke von 40 Prozent, wie der stellvertretende Landesgeschäftsführer Armin Petermann der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstagausgabe) sagte. Besonders Fahrdienste und Krankentransporte seien vom Wegfall volljähriger Freiwilliger mit Führerschein betroffen.

Auch für die Folgejahre befürchtet das BRK Auswirkungen der G9-Umstellung auf die Personalsituation von Sozialdiensten. Viele junge Menschen fänden über das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) oder den Bundesfreiwilligendienst ihren Einstieg in einen sozialen Beruf, so Petermann. Auf Einrichtungen könne folglich eine gefährliche Abwärtsspirale zukommen, „in Zeiten, die ohnehin vom Fachkräftemangel geprägt sind“.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband weist neben der bevorstehenden Personalnot in Kliniken, Behinderten- und Bildungseinrichtungen auch auf finanzielle Einbußen hin, da staatliche Zuschüsse für die Freiwilligen wegfielen. Ein Strukturfonds zur Überbrückung der fehlenden Abiturienten könne hier entgegenwirken.

Laut Kultusministerium machen 2025 voraussichtlich 5.000 Jugendliche statt in den vergangenen Jahren jeweils rund 33.000 Schülerinnen und Schüler in Bayern ihr Abitur. Dabei handele es sich um Schüler, die 2024 sitzengeblieben oder zurückgetreten sind, und solche, die im G9 ein Schuljahr übersprungen haben. (1072/29.03.2025)