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Smartphone-Coach: Nachts kein Handy im Kinderzimmer erlauben

Für ein nächtliches Handyverbot im Kinderzimmer wirbt der Münchner Digitaltrainer Daniel Wolff. Schon bei den Grundschulkinder mit Smartphone dürften Umfragen zufolge mehr als 50 Prozent ihr Gerät abends mit ins Bett nehmen, sagte der Experte und Ratgeber-Autor dem Evangelischen Pressedienst (epd) anlässlich des „Safer Internet Days“ (11. Februar). „Da schauen sie dann ohne Ende YouTube und Tiktok, chatten mit Freunden, spielen Handy-Spiele wie Brawlstars und Roblox“, sagte Wolff, der seit 2017 Schülerworkshops und Elternabenden zur Smartphone-Nutzung an Schulen anbietet. Viele Kinder blieben so bis Mitternacht wach, manche sogar bis zum Morgen – um dann völlig übermüdet in der Schule zu sitzen.

Weil sie selbst das Internet anders nutzten, verstünden die meisten Eltern nicht, was die Übergabe eines Smartphones an Kinder bedeute. Eine wirksame Alterskontrolle gebe es im Netz nicht; oft seien „bestürzend gewalttätige“ Filme und Bilder nur einen Klick weit entfernt, erklärte Wolff. Zudem bestehe die Gefahr von sexuellem Missbrauch: Über Handyspiele und Social Media Apps könnten auch Pädokriminelle gezielt den Kontakt zu Kindern suchen: „Diese Leute wissen, wie man Kinder am besten manipuliert, und sie sind dabei extrem geschickt.“ Wenn das Thema in der Familie nicht besprochen worden sei, trauten sich Kinder im Ernstfall oft nicht, ihre Eltern einzuweihen.

Um die negativen Folgen der Smartphone-Nutzung einzudämmen, empfiehlt der Ratgeber-Autor Eltern, mit dem Smartphone so lange zu warten, wie es geht. „Verbünden Sie sich mit einer befreundeten Familie: Wenn die beste Freundin auch keins hat, hält man es besser aus“, ssagte Wolff, der die Initiative „Smarter Start ab 14“ unterstützt. Außerdem sollten Eltern das Handy nachts aus den Kinderzimmern verbannen, sich „fit lesen“ und Interesse daran zeigen, womit sich die Kinder im Netz beschäftigen. Der wichtigste Satz sei aber laut Wolff das Versprechen, dem Kind nie aufgrund von Internet-Inhalten das Handy wegzunehmen. „Denn nur Kinder, die keine Angst vor Strafe haben, werden mit schlimmen Erlebnissen zu ihren Eltern kommen“, so der Coach. (0426/07.02.2025)