Sandra Harzer-Kux soll neue Intendantin des Norddeutschen Rundfunks (NDR) werden. Der NDR-Verwaltungsrat schlug die 1972 in Neckarsulm geborene und in Hamburg lebende, externe Kandidatin am Freitag mit einstimmigem Beschluss dem Rundfunkrat zur Wahl als Intendantin vor, wie das NDR-Gremienbüro in Hamburg mitteilte. Harzer-Kux arbeitete lange Jahre im Bertelsmann-Konzern. Der NDR-Rundfunkrat wird voraussichtlich am 4. April über die Personalie entscheiden.
Sie wolle „den Schritt ins Ungewisse (…) wagen, um herauszufinden, was das Leben sonst noch so für mich bereithält“, hatte Harzer-Kux Ende 2024 im Business-Netzwerk LinkedIn gepostet. Der amtierende NDR-Intendant Joachim Knuth (65) hatte den Aufsichtsgremien des NDR im vergangenen Jahr angeboten, seine Amtszeit um wenige Monate zu verkürzen und Ende August 2025 in den Ruhestand zu wechseln, damit die dann zu treffenden medienpolitischen Entscheidungen „in einer Hand liegen und von denjenigen gefällt werden, die kommen“, wie der NDR seinerzeit mitgeteilt hatte. Dazu zählen laut NDR-Verwaltungsrat strategische und finanzielle Entscheidungen im NDR und in der ARD, insbesondere solche, die aus dem geplanten neuen Medienstaatsvertrag folgen.
Dem Beschluss vorausgegangen war laut Verwaltungsrat ein mehrstufiges Auswahlverfahren. Harzer-Kux sei „eine überzeugende Führungspersönlichkeit und eine kompetente und erfahrene Medienmanagerin (…), die die notwendigen Veränderungen und Weiterentwicklungen des NDR in einem schwieriger werdenden Umfeld beteiligungsorientiert um- und durchsetzen“ könne. „Mit ihrem unverstellten, aber gleichzeitig wertebasierten Blick von außen“ könne sie dem NDR und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk „neue Impulse geben, Chancen entdecken und neu denken“, so der Verwaltungsrat.
Laut NDR-Staatsvertrag hat der Verwaltungsrat für die Wahl der Intendantin beziehungsweise des Intendanten das Vorschlagsrecht. Für die Nominierung ist im Verwaltungsrat eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich. Der Rundfunkrat wählt die Intendantin beziehungsweise den Intendanten für eine Amtszeit von fünf Jahren. Harzer-Kux stehe für die Position ab 1. September zur Verfügung, hieß es.
Sandra Harzer-Kux studierte den Angaben zufolge Rechtswissenschaften mit Schwerpunkt Medien- und Rundfunkrecht an der Universität Hamburg und war danach in einer Medienrechtskanzlei juristisch tätig. 1996 wurde sie Producerin, setzte Produktionen für arte und das ZDF um, schließlich arbeitete sie als selbstständige Produzentin.
2007 startete sie beim Bertelsmann-Konzern, zunächst als Leiterin der Audio- und Bewegtbildabteilung bei Gruner+Jahr. Später übernahm sie die Position Leiterin Digitale Medien & Video bei G+J Corporate Editors.