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Religionsgemeinschaften: Rechtsextreme Parteien nicht wählbar

Rechtsextremismus und Religion – das darf nicht zusammengehen. Mehrere Religionsgemeinschaften in Deutschland haben das nun noch mal betont. Wer Extremismus verbreitet, soll keinen Platz haben.

Mehrere Glaubensgemeinschaften in Deutschland haben erneut eine Unvereinbarkeit von Religion und Rechtsextremismus betont. “Rechtsextreme Parteien sind für religiös geprägte Menschen nicht wählbar”, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung von neun Religionsgemeinschaften. Auch sollten Gruppen oder Parteien, die Hass und Hetze verbreiten, nicht unterstützt werden. “Jede Form von Rassismus, ob in Form von Gewalt, Benachteiligung, Ausgrenzung oder Entwürdigung, ist mit den Grundwerten von Religionen und Spiritualität nicht vereinbar.”

Ebenso betonen die Religionsgemeinschaften, dass Personen, die menschenverachtende, fanatische und rechtsextreme Parolen verbreiteten, keine ehrenamtliche oder hauptamtliche Funktion erhalten sollten. Dazu gehörten “rassistische ebenso wie antisemitische und antimuslimische Aussagen”.

Zu den Unterzeichnern gehören den Angaben zufolge die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), der Zentralrat der Muslime, der Zentralrat der Jesiden, die Deutsche Buddhistische Union, der Nationale Geistige Rat der Baha’i, der Rat der Sikhi sowie der Landesverband der Alevitischen Gemeinden in Hessen, der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen und die Berliner Hindu-Gemeinde. Sie äußerten sich mit Blick auf die Internationale Woche gegen Rassismus, die unter dem Motto “Menschenrechte für alle” mit Veranstaltungen bundesweit noch bis zum 24. März stattfindet.

Die Deutsche katholische Bischofskonferenz hatte bereits Ende Februar einstimmig eine Erklärung beschlossen mit dem Titel “Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar”. Darin grenzen sich die Bischöfe von der AfD ab und bezeichnen sie als für Christen nicht wählbar.