Der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein ruft anlässlich des Internationalen Frauentags (8. März) zur Stärkung der Rechte von geflüchteten Frauen auf. Diese sollten häufiger in Programme und Maßnahmen einbezogen werden, um ihre spezifischen Bedarfe stärker zu berücksichtigen, teilte der Flüchtlingsrat am Freitag mit. Geflüchtete Frauen seien nicht nur wegen ihrer Herkunft, sondern auch wegen ihres Geschlechts Diskriminierungen ausgesetzt, was zu zusätzlichen Barrieren bei der Integration führe. „Der Blick auf flüchtende und geflüchtete Frauen zeigt, wie wichtig es ist, sich gemeinsam gegen Diskriminierung jeder Art einzusetzen – egal ob hier oder anderswo“ sagte Leonie Melk, Geschäftsführerin des Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein.
Problematisch sei etwa der Zugang zum Arbeitsmarkt. Hier seien Sprachbarrieren, fehlende Anerkennung von Qualifikationen und mangelnde Betreuungsmöglichkeiten für Kinder zentrale Hürden. Ausgerechnet an dieser Stelle hat Schleswig-Holstein Mittel gekürzt, bemängelt der Flüchtlingsrat. „Wichtige Programme, die ihnen den Zugang zu Bildung und Integration hätten erleichtern sollen, wurden gestrichen – mit schwerwiegenden Folgen für ihre Zukunftsperspektiven“, hieß es. So seien Sprachkurse mit Kinderbetreuung oder die berufsbezogene Sprachförderung (DeuFöV) gestrichen oder gekürzt worden.
Neben diesen strukturellen Benachteiligungen in Deutschland seien Frauen auf der Flucht dem Flüchtlingsrat zufolge besonderen Gefahren ausgesetzt. Sie sind demnach häufiger von sexualisierter Gewalt betroffen und tragen oftmals die Verantwortung für Kinder oder ältere Mitreisende.
Angesichts der aktuellen Krisen und populistischen Narrative lädt der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein am Samstag alle interessierten Frauen zu einem kreativen Workshop unter der Fragestellung „Was gibt uns Kraft? Was stärkt uns?“ ein. Der Workshop findet von 12 bis 14.30 Uhr im ZEIK in Kiel statt.