Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland mahnt in der Asyldebatte zu Sachlichkeit. “Asyl ist kein Thema für einen politischen Überbietungswettbewerb im Wahlkampf”, sagte der Geistliche vor dem in Bonn tagenden Parlament der Landeskirche. Eine notwendige Sicherheitsdebatte dürfe nicht auf Kosten von Menschenrechten und gelungener Integration geführt werden.
“Für uns als Christen gehört der Schutz von Fremden zu den Grundgeboten Gottes”, so Latzel. Das Asylrecht sei nicht die alleinige Antwort auf die komplexen Migrationsfragen und Migration nicht die Mutter aller Probleme. Die Deutsche Bahn werde nicht pünktlicher kommen, wenn es keine Migration mehr gebe.
Latzel: Wir brauchen kluge Integrationspolitik
Der Präses räumte ein, dass es auch Abschiebungen geben müsse. “Aber Menschen sind dabei menschlich zu behandeln und ihre Rechte sind zu wahren”, sagte Latzel. “Wir brauchen kluge Integrationspolitik, eine differenzierte Gestaltung von Zuwanderung und die Möglichkeit zum Spurwechsel.”
Das Kirchenparlament, die sogenannte Landessynode, ist das oberste Leitungsgremium der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die 191 Synodalen tagen noch bis Freitag in Bonn.
Die Evangelische Kirche im Rheinland erstreckt sich über Teile von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und des Saarlands. Mit rund 2,1 Millionen Mitgliedern ist sie die zweitgrößte der 20 Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland.