Seit dem Roman “Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran” hat Éric-Emmanuel Schmitt ein großes Lesepublikum. Für sein neues Buch reiste er ins Heilige Land; das Nachwort schrieb kein Geringerer als Papst Franziskus.
Am Mittwoch (12.03.) erscheint das neue Buch “Jerusalem. Meine Begegnung mit dem Heiligen Land” von Bestsellerautor Éric-Emmanuel Schmitt. Darin schildert der Schöpfer von Romanen wie “Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran” seine Reise zu den Wurzeln der Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam. Die Einladung dazu erhielt Schmitt, der erst als Erwachsener zum christlichen Glauben fand, laut eigenen Angaben vom Vatikan. Das Nachwort des Buchs, das zum katholischen Heiligen Jahr 2025 erscheint, schrieb Papst Franziskus.
“Jerusalem” ist eine Mischung aus klassischem Reisebericht und spirituellen Eindrücken. “Im Grunde gibt es zwei Arten, eine Reise nach Israel und Palästina zu begreifen, zwei Arten, die gleichermaßen legitim sind”, schließt der aus dem Elsass stammende Schmitt (64) sein gut 200-seitiges Buch. “Manche suchen ihre Wurzeln in der Erde. Ich habe sie im Himmel gefunden.” In Bethlehem, Nazareth und Caesarea habe er das überwältigende Gefühl erlebt, dass die biblischen Erzählungen lebendig werden, in Jerusalem die Nähe von Jesus Christus geradezu körperlich gefühlt, so Schmitt.
“Lieber Éric-Emmanuel, lieber Bruder”, beginnt Franziskus sein Nachwort, das auf Februar 2023 datiert, sechs Monate vor dem Angriff der Hamas gegen Israel. Das Heilige Land lasse die Menschen heute begreifen, “dass das Christentum keine Theorie oder Ideologie ist, sondern die Erfahrung eines historischen Ereignisses”, so Franziskus. “Gott ist Mensch geworden in einem Mann, Jesus von Nazareth, um uns zu verkünden, dass sein Reich nah ist. Sie haben das am Beispiel des Kreuzwegs klar und deutlich gesagt: ‘Das Menschsein meines Gottes ist keine Täuschung’.”
Jerusalem mit seinen großen religiösen Traditionen von Juden, Christen und Muslimen fordere zur “menschlichen Brüderlichkeit” heraus, schreibt Franziskus. Die Gläubigen seien aufgerufen, “Brüder und Brückenbauer zu sein und nicht mehr Feinde und Kriegstreiber”, so der Papst. “Unsere Berufung ist die Brüderlichkeit, denn wir sind Kinder ein und desselben Gottes”, fährt er fort. “Nur wenn wir uns dessen bewusst sind, können wir eine mögliche Zukunft bauen, indem wir die Waffen der Zerstörung und des Hasses schweigen lassen und in der ganzen Welt den süßen Duft des Friedens verbreiten, den Gott uns unermüdlich schenkt”, schrieb Franziskus vor gut zwei Jahren.