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Künstler Ai Weiwei: Klimakrise ist nicht zu stoppen

Die Klimakrise lässt sich nicht mehr überwinden, sagt der chinesische Konzeptkünstler Ai Weiwei – und verurteilt Klimaaktivisten, die zum Erhalt der Erde als Protestform Kunstwerke beschädigen.

Der chinesische Konzeptkünstler und Dissident  Ai Weiwei in seiner Ausstellung in der Albertina Modern in Wien am 15.03.2022
Der chinesische Konzeptkünstler und Dissident Ai Weiwei in seiner Ausstellung in der Albertina Modern in Wien am 15.03.2022Imago / SKATA

Die Klimakrise lässt sich nach Ansicht des chinesischen Konzeptkünstlers und Dissidenten Ai Weiwei nicht mehr überwinden. “Ich glaube nicht, dass wir heute überhaupt noch imstande sind, den globalen Selbstmord zu stoppen”, sagte er dem Berliner Tagesspiegel. “Ich finde, wir sollten einfach mehr Zeit damit verbringen, die Tiere und Pflanzen in unserer Umwelt, die uns noch geblieben sind, zu erforschen und wertzuschätzen. Das ist wichtiger als die Entwicklung neuer Technologien.”

Eine deutliche Absage erteilte er Klimaaktivisten, die als Protestform Kunstwerke beschädigen. Das sei absolut inakzeptabel: “Kunst zerstören, um den Planeten zu retten? Das ist verlogen! Damit lösen sie nicht den Kern des Problems, sie kratzen nur an der Oberfläche.” Als Gründe des Klimawandels nannte er menschliche Gier und den rasanten Erfolg des Kapitalismus: “Wir laufen dem Profit hinterher. Und für das, was wir unbedingt haben wollen, muss immer etwas anderes weichen.”

Ai Weiwei auf der Art Week in Berlin

Ai Weiweis neue Ausstellung “know thyself” eröffnet an diesem Mittwoch zum Auftakt der Art Week in Berlin. Gezeigt werden neun Arbeiten, in denen der Künstler unter anderem berühmte Gemälde mit Legosteinen nachgebaut und neuinterpretiert hat, darunter Leonardo Da Vincis “Das letzte Abendmahl”.