Die Klimakrise lässt sich nach Ansicht des chinesischen Konzeptkünstlers und Dissidenten Ai Weiwei nicht mehr überwinden. “Ich glaube nicht, dass wir heute überhaupt noch imstande sind, den globalen Selbstmord zu stoppen”, sagte er dem Berliner Tagesspiegel. “Ich finde, wir sollten einfach mehr Zeit damit verbringen, die Tiere und Pflanzen in unserer Umwelt, die uns noch geblieben sind, zu erforschen und wertzuschätzen. Das ist wichtiger als die Entwicklung neuer Technologien.”
Eine deutliche Absage erteilte er Klimaaktivisten, die als Protestform Kunstwerke beschädigen. Das sei absolut inakzeptabel: “Kunst zerstören, um den Planeten zu retten? Das ist verlogen! Damit lösen sie nicht den Kern des Problems, sie kratzen nur an der Oberfläche.” Als Gründe des Klimawandels nannte er menschliche Gier und den rasanten Erfolg des Kapitalismus: “Wir laufen dem Profit hinterher. Und für das, was wir unbedingt haben wollen, muss immer etwas anderes weichen.”