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Klöckner wirbt als Bundestagspräsidentin für Respekt

In ihrer ersten Rede als Bundestagspräsidentin ruft Julia Klöckner die Abgeordneten zu einem fairen Umgang miteinander auf. “Wir kommen nicht ins Stolpern, nur weil wir einen Schritt aufeinander zugehen.”

Die neue Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat die Abgeordneten zu Respekt im Umgang miteinander aufgefordert. “Kritisieren wir einander, aber reden wir uns nicht gegenseitig persönlich schlecht”, erklärte Klöckner in ihrer ersten Rede im zweithöchsten Amt im Staat am Dienstag in Berlin. “Wir kommen nicht ins Stolpern, nur weil wir einen Schritt aufeinander zugehen.”

Sie betonte, wer Meinungsfreiheit und Vielfalt ernst nehme, müsse auch andere Sichtweisen ertragen und sie aushalten. Demokratie sei im besten Sinne auch eine Zumutung. Zugleich erklärte Klöckner, dass die künftige Arbeit des Bundestags von Kompromissen geleitet sein müsse. Diese seien systemimmanent für die Demokratie, und sie seien nicht nur die zweitbeste Lösung.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Klöckner war am Dienstag in der ersten Sitzung des neuen Bundestags mit einfacher Mehrheit gewählt worden. Sie erhielt 382 Ja-Stimmen, 204 Gegenstimmen und 31 Enthaltungen. Klöckner ist nach Annemarie Renger und Rita Süssmuth sowie ihrer unmittelbaren Amtsvorgängerin Bärbel Bas die vierte Frau, die das zweithöchste Amt im Staat bekleidet.