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Kirchen in Bayern: Weniger Menschen treten aus

Der Trend bei den Kirchenaustritten in Bayern verlangsamt sich. Aus der evangelischen Landeskirche seien im vergangenen Jahr 39.486 Menschen ausgetreten, teilte die Landeskirche am Donnerstag mit. Das seien 4.076 Austritte beziehungsweise 10,6 Prozent weniger als noch im Vorjahr – und der zweite Rückgang bei den Austrittszahlen in Folge. Insgesamt schrumpfte die Landeskirche nach Austritten, Todesfällen und Wegzügen um 58.642 Personen. Zum Stichtag 31. Dezember 2024 gehörten ihr insgesamt 2.025.821 Mitglieder an. Damit könnte die Mitgliederzahl heuer erstmals unter die Marke von zwei Millionen fallen.

Auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) veröffentlichte am Donnerstag die Austrittszahlen für 2024, ebenso die katholische Deutsche Bischofskonferenz sowie die 27 Erzdiözesen und Diözesen. In Bayern zählte die katholische Kirche im vergangenen Jahr 87.170 Austritte, was 1,6 Prozent der bayerischen Katholiken entsprach – ebenfalls eine Verlangsamung des Negativtrends. Damit haben die zwei Erzbistümer und fünf Bistümer in Bayern zusammen noch gut 5,5 Millionen Mitglieder. Ein Hauptproblem für beide Kirchen bleibt die demografische Entwicklung, da anhaltend mehr Mitglieder sterben als neu getauft werden.

In der evangelischen Landeskirche gab es jedoch auch weniger Kircheneintritte: 2.025 Menschen traten im vergangenen Jahr ein und damit 73 weniger als im Vorjahr. Zurück gingen auch die Zahlen bei den Kasualien: Getauft wurden 13.633 Menschen und damit 2.983 weniger als im Vorjahr. Konfirmieren ließen sich rund 15.680 Jugendliche, was 436 weniger waren als noch 2023. Kirchlich bestattet wurden 29.035 Menschen, ein Rückgang um 994 Verstorbene oder 3,3 Prozent.

Fast verdoppelt hat sich hingegen die Zahl der Trauungen: 6.152 Paare gaben sich das kirchliche Ja-Wort, im Vorjahr waren es rund 3.633 Paare. Besonders das Angebot „einfach heiraten“, bei dem Paare ohne Voranmeldung und ohne Kosten den Segen Gottes empfangen können, kommt an: 631 Paare haben sich im vergangenen Jahr auf diese Weise trauen lassen, fast dreimal so viele wie im Vorjahr. Der nächste „einfach heiraten“-Termin ist bayernweit für den 25. Mai angesetzt.

Landesbischof Christian Kopp sagte: „Auch wenn die Zahl unserer Mitglieder zurückgeht, sehen wir, dass die Zahl der Austritte weiter sinkt und gleichzeitig wieder mehr Menschen durch eine kirchliche Trauung bewusst Ja zur Kirche sagen.“ Die Verdoppelung der Zahlen sei ein Zeichen dafür, dass die kirchlichen Angebote Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit erreichten.

Das Erzbistum München und Freising verzeichnete 27.475 Kirchenaustritte, 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit lebten zum Jahresende 2024 rund 1,42 Millionen Katholiken im Erzbistum, 2,7 Prozent weniger als 2023. Die Zahl der Trauungen ging um 17 Prozent zurück. Das Erzbistum Bamberg zählte nach 9.239 Austritten am Jahresende insgesamt 574.509 Katholiken. 2023 waren es 10.909 Austritte gewesen.

Im Bistum Augsburg traten 17.711 Katholiken aus, nachdem es im Vorjahr 21.277 Austritte gewesen waren. Damit gehörten dem Bistum Augsburg zum Jahresende 1,13 Millionen Katholiken an. Im Bistum Passau traten 5.431 Menschen aus, im Vorjahr waren es 6.781 gewesen. Die Mitgliederzahl lag 2024 damit am Jahresende bei 413.799 Katholiken. Im Bistum Würzburg traten 10.569 Katholiken aus, nach 11.588 Austritten im Vorjahr. Aus den Bistümer Eichstätt und Regensburg lagen am Donnerstag keine Zahlen vor. (1061/27.03.2025)