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Jugendliche in Rheinland-Pfalz denken skeptischer über eigene Zukunft

Jugendliche und junge Erwachsene in Rheinland-Pfalz sehen ihre Lebensbedingungen und Zukunftsaussichten deutlich pessimistischer als noch vor zehn Jahren. Nur noch 58 Prozent der 14- bis 21-Jährigen gaben 2023 an, sie seien mit ihrem Leben sehr oder eher zufrieden, wie aus dem am Dienstag in Mainz veröffentlichten vierten Kinder- und Jugendbericht des Landes hervorgeht. Im Vergleich zu einer Befragung aus dem Jahr 2013 ist dies ein Rückgang um 13 Prozentpunkte. „Die Krisen hinterlassen bei jungen Menschen Spuren“, sagte Familienministerin Katharina Binz (Grüne) bei der Vorstellung des mehr als 300 Seiten starken Berichts.

So blickten zuletzt auch nur noch 55 Prozent der jungen Leute mit Zuversicht in die Zukunft. 2013 lag der Anteil bei knapp 72 Prozent. Während der Coronavirus-Pandemie gab es noch einen deutlich größeren Anteil der Unzufriedenen.

Für den aktuellen Bericht hatten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Mainz und Trier die Ergebnisse einer landesweiten Online-Befragung mit rund 1.200 Teilnehmern im Alter zwischen 14 und 21 Jahren ausgewertet sowie eine Reihe von Gruppendiskussionen mit Kindern und Jugendlichen geführt.

Schwerpunktthema des aktuellen Landesberichts waren Beteiligungs- und Mitspracherechte junger Menschen. „Jugendliche berichten oft von Beteiligungsfrust“, sagte die Trierer Sozialpädagogin Magdalena Joos. So teilte eine große Mehrheit der Befragten die Ansicht, die Beteiligung von Jugendlichen sei oft lediglich eine Alibimaßnahme. Tatsächliche Mitspracherechte bei wichtigen Fragen gebe es nicht.