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Häusliche Gewalt hat weiter zugenommen

In Sachsen-Anhalt gibt es mehr Fälle von häuslicher Gewalt. Wie Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) am Dienstag in Magdeburg sagte, hat die Polizei 2024 insgesamt fast 8.400 Fälle registriert. Im Jahr davor waren es den Angaben zufolge rund 7.900 Fälle. 2022 wurden gut 7.100 Vorfälle registriert. Das sei ein Anstieg um fast 18 Prozent innerhalb von zwei Jahren.

Die polizeiliche Statistik unterscheidet zwischen Partnerschaftsgewalt und familiärer Gewalt. In beiden Kategorien seien die Fallzahlen angestiegen, hieß es. Laut Statistik wurden im vergangenen Jahr 5.720 Fälle im Bereich der Partnerschaftsgewalt registriert, 115 mehr als 2023. Bei der familiären Gewalt gab es über 3.000 Vorfälle, rund 380 mehr als im Jahr zuvor. Beide Kategorien fallen zudem unter die häusliche Gewalt, wenn die jeweiligen Partner zusammen in einem Haushalt leben.

Als mögliche Ursache nannte Zieschang die Reform des polizeilichen Opferschutzes. Nach Angaben des Innenministeriums arbeitet die Polizei seitdem enger mit Institutionen zusammen, die Betroffene betreuen. Zudem sei im August 2023 eine polizeiliche Handlungskonzeption zum situationsangemessenen Handeln bei häuslicher Gewalt, Stalking und Kindeswohlgefährdung in Kraft getreten. Polizeibeamte würden seitdem umfassender für den Umgang mit Betroffenen sensibilisiert. Das öffentlich machen von Hilfsangeboten könnte das Anzeigeverhalten der Opfer bestärkt haben, hieß es.