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Geld für ehemaliges DDR-Frauengefängnis

Der Bund unterstützt den Betrieb der sächsischen Gedenkstätte Hoheneck in Stollberg mit jährlich 169.000 Euro. Die Mittel würden für den laufenden Betrieb der Gedenkstätte in der ehemaligen DDR-Frauenhaftanstalt Hoheneck bereitgestellt, teilte die SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag, Evelyn Zupke, am Freitag in Berlin mit. Das Parlament hatte zuvor der Mittelvergabe zugestimmt.

Die SED-Opferbeauftragte erklärte, diese Entscheidung sei „ein Signal an alle Frauen, die in der DDR Widerstand übten und zu Opfern eines menschenverachtenden Systems wurden“. Deren Leid sei Teil der gesamtdeutschen Geschichte und werde nicht vergessen. Im Sommer soll die neue Dauerausstellung eröffnet werden. Damit ist auch die Gedenkstätte wieder zugänglich. Sachsen stellt ebenfalls Mittel für den Betrieb bereit.

Bund und Land hatten sich zudem an der Errichtung der Gedenkstätte Hoheneck mit insgesamt rund 1,4 Millionen Euro beteiligt. Zudem unterstützt die Stadt Stollberg den Ausbau der einstigen mittelalterlichen Burg, die der sächsische Kurfürst August I. (1526-1586) im 16. Jahrhundert als Jagdschloss nutzte. Im 19. Jahrhundert begann die Nutzung als Gefängnis.

In der DDR war Hoheneck das zentrale Frauengefängnis. Unter den Inhaftierten waren tausende politische Gefangene. Die Baumaßnahmen im Gesamtareal der Burg belaufen sich auf mehr als 20 Millionen Euro. Genutzt wird Schloss Hoheneck unter anderem auch von einem Kinder- und Jugendtheater und für eine naturwissenschaftliche Erlebnisausstellung.