Artikel teilen:

“Fastnacht in Franken”: Warum der Bischof nicht in den Himmel kommt

Knapp drei Millionen Menschen haben zwei Tage vor der Bundestagswahl die TV-Prunksitzung „Fastnacht in Franken“ verfolgt. Das entspreche einem bundesweiten Marktanteil von 12,4 Prozent, teilte die AGF Videoforschung am Samstag mit. Bei der Livesendung des Bayerischen Rundfunks (BR) aus den Mainfrankensälen in Veitshöchheim stand die Politik im Mittelpunkt, doch auch die Kirche kam nicht ungeschoren davon. So witzelte Bauchredner Sebastian Reich mit seiner Nilpferd-Dame Amanda, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) müsse ein sehr gläubiger Mensch sein, weil er immer noch an einen Wahlsieg glaube. Ob Scholz katholisch oder evangelisch ist? „Das hat er vergessen“, scherzte die Nilpferd-Puppe über Scholz’ Erinnerungslücken beim Thema Cum-Ex.

Sitzungspräsident Christoph Maul griff die Diskussion nach der kirchlichen Kritik an der verschärften Asylpolitik der Unionsparteien auf. Würzburgs katholischer Bischof Franz Jung habe mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Foyer über die Streichung der kirchlichen Gehälter gesprochen. Der Geistliche habe entgegnet, dann werde man sich aber nicht im Himmel sehen. Söders Antwort laut Maul: „Warum, Herr Bischof, was haben S’ denn ausgefressen?“ Der Würzburger Bischof Jungs saß traditionell ebenso im Publikum wie sein Amtsvorgänger Bischof Friedhelm Hofmann. Ebenfalls mit in Veitshöchheim dabei war der evangelische Landesbischof Christian Kopp.

Die TV-Prunksitzung „Fastnacht in Franken“ hat das BR-Fernsehen erstmals 1987 übertragen – einmalig aus dem oberfränkischen Lichtenfels, seither aus Veitshöchheim. 1991 fiel die Sendung wegen des Golfkriegs aus. Die TV-Prunksitzung wird vom Fränkischen Fastnacht-Verband und vom BR verantwortet. 2024 sahen bundesweit 3,5 Millionen Zuschauer zu, davon 2,1 Millionen allein aus Bayern. Der Marktanteil hatte bei 50,7 Prozent gelegen. Die Sendung ist seit Jahren die erfolgreichste aller dritten TV-Programme. (0654/22.02.2025)