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Ei, ei, ei – Was Verbraucher zu Ostern über Eier wissen sollten

(Fast) jeden Tag ein Ei, sonntags auch mal zwei: Deutsche essen pro Kopf 249 Eier im Jahr. Damit liegt der Verbrauch auf einem neuen Höchststand. Das hat Folgen für Tiere um Umwelt.

Während in den USA aktuell Eiermangel herrscht, ist die Versorgung hierzulande auch zu Ostern gesichert. Diese Entwarnung gab jetzt das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): Mit einer Eier-Knappheit in Deutschland sei nicht zu rechnen. Das dürfte die Verbraucher freuen, denn sie langen weiterhin gerne ins Eierregal. Pro Kopf hat jeder Deutsche vergangenes Jahr 249 Eier gegessen – das sind zehn Eier mehr als noch im Vorjahr und bedeutet ungefähr alle anderthalb Tage ein Ei – sei es als Frühstücksei, im Kuchen, den Nudeln oder im Fertiggericht. Insgesamt beziffert das BZL einen Nahrungsverbrauch von 20,8 Milliarden Eiern.

Wo kommen diese vielen Eier her? Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden 2024 ganze 13,7 Milliarden Eier in deutschen Betrieben gelegt, die mindestens 3.000 Hennen halten. Die Eierproduktion hat damit im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um mehr als 4 Prozent zugelegt. Mehr als 45 Millionen Hennen wurden in den erfassten Betrieben gehalten, die im Schnitt pro Jahr jeweils 302 Eier legen. Der Selbstversorgungsgrad in Deutschland liegt bei rund drei Viertel (72 Prozent). Alle anderen Eier werden importiert, besonders viele aus den Niederlanden.

Bei der Haltungsform zeigt sich ein Trend in Richtung mehr Tierwohl. Zwar dominiert weiterhin die Bodenhaltung für Hennen als Haltungsform, doch sie ist rückläufig: 2024 kamen 58 Prozent der erzeugten Eier aus Bodenhaltung. Die Hennen leben dort ausschließlich im Stall ohne Freigang – der Boden muss mindestens zu einem Drittel mit Stroh, Sand oder Torf eingestreut sein, wie der Deutsche Tierschutzbund erklärt. Der Rest besteht aus Latten- oder Gitterrosten.

Der Anteil der Eier aus Freiland-Haltung steigt dagegen in Deutschland: Vergangenes Jahr kam fast jedes vierte Ei aus dieser Haltungsform (23,6 Prozent). Der Tierschutzbund bezeichnet sie als “die vergleichsweise tiergerechteste landwirtschaftliche Haltungsform von Legehennen, die der Natur am nächsten kommt”. Jedes Huhn hat demnach einen Auslauf von mindestens vier Quadratmetern und kann dort seinen ureigenen Bedürfnissen nachkommen: scharren, im Sand baden, picken und laufen.

Der Anteil der Eier aus ökologischer Erzeugung ist ebenfalls gestiegen und lag im vergangenen Jahr bei etwa 14 Prozent. Mehr als jedes zehnte Ei kommt damit aus Öko-Produktion. Bei Bio-Eiern werden die Hennen ebenfalls im Freiland gehalten. Im Stall haben die Hennen noch etwas mehr Platz als ihre Artgenossen in Freilandhaltung; ihr Futter stammt überwiegend aus ökologischem Landbau.

Deutlich weniger artgerecht haben es Hennen in sogenannter Kleingruppenhaltung oder ausgestallten Käfigen. Obwohl beides hierzulande verboten ist, leben laut Statistischem Bundesamt noch immer zwei Millionen Hennen in Käfigen – es werden aber immer weniger. Für bestehende Betriebe sind diese Haltungsformen noch bis Ende dieses Jahres erlaubt. Jedem Huhn steht dabei ungefähr nur so viel Platz zu, wie ein DIN-A4-Blatt groß ist. Der Anteil sogenannter Käfig-Eier an der deutschen Eierproduktion liegt inzwischen bei unter 5 Prozent.

Woher ein Ei kommt, erfahren Verbraucherinnen und Verbraucher durch den aufgestempelten Code. Jedes Ei, das man nicht direkt beim Bauern kauft, muss solch eine Zeichenreihe tragen. Sie gibt Auskunft über Haltungsform, Erzeugerland und Legebetrieb. Den Code muss man aber zu lesen wissen:

Die erste Zahl auf dem Ei steht entweder für Biohaltung (0), Freilandhaltung (1) Bodenhaltung (2) oder Käfighaltung (3). Käfig-Eier werden allerdings kaum noch in Supermärkten verkauft. Sie landen vielmehr in verarbeiteten Lebensmittel wie Nudeln, Mayonnaise oder Fertigbackwaren. Dort muss die Herkunft des Eis nicht gekennzeichnet werden. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, bei solchen Lebensmitteln auf freiwillige Kennzeichnung zu achten beziehungsweise zu Bioprodukten zu greifen. Auch für bereits gefärbte Eier besteht keine Kennzeichnungspflicht. Auf der sicheren Seite ist deshalb, wer selbst färbt.

Zurück zum Code: Auf die erste Ziffer folgt das Kürzel für das Herkunftsland – “DE” steht beispielsweise für Deutschland, “NL” für die Niederlande, “PL” für Polen und “BE” für Belgien. Im Code folgt als dritte Einheit eine siebenstellige Zahlenreihe – die Betriebsnummer. Sie identifiziert das Bundesland, den Betrieb und den jeweiligen Stall, aus dem das Ei kommt. Auf der Website was-steht-auf-dem-ei.de des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) lässt sich der Herkunftsbetrieb eines einzelnen Eis herausfinden.

Wie lange ein Ei hält, hängt davon ab, wie kühl es gelagert wird. Grundsätzlich haben Eier ein vorgeschriebenes Mindesthaltbarkeitsdatum von 28 Tagen nach dem Legen. Im Kühlschrank sind Eier in der Schale nach Angaben der Verbraucherzentrale bis zu sechs Wochen haltbar. Einmal im Kühlschrank gelagert, sollen sie demnach nicht mehr bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden.

Ob ein Ei noch gut ist, lässt sich auch testen: Dafür gibt man das Ei in der Schale in ein Wasserglas. Schwimmt es oben, ist es schon einige Wochen alt und sollte nur noch durcherhitzt, zum Beispiel als Spiegelei, gegessen werden. Bleibt das Ei im Wasserglas am Boden liegen, ist es noch frisch. Das liegt an der Luftkammer im Ei, die größer wird, je älter das Ei ist. Wenn ein Ei beim Aufschlagen faulig riecht, darf es nicht mehr gegessen werden.

Hartgekochte Ostereier sind bei kühler Lagerung zwei Wochen haltbar – wenn sie kalt abgeschreckt wurden. Wer darauf verzichtet, kann seine bunt gefärbten Eier noch vier Wochen nach dem Osterfest bedenkenlos verzehren.