Nach der Bundestagswahl zeigten Grafiken eine schwarz-gefärbten Westen und einen blau gefärbten Osten. Im Westen dominierten demnach CDU und CSU, im Osten die AfD. Bischof Feige warnt jedoch vor vorschnellen Schlüssen.
Der katholische Bischof Gerhard Feige hat die Reaktionen auf die Wahlergebnisse im Osten kritisiert. Die Unterteilung in einen blauen, also die AfD mehrheitlich wählenden Osten und einen schwarzen, mehrheitlich CDU und CSU wählenden Westen greife zu kurz, sagte der Bischof von Magdeburg in einem am Donnerstag veröffentlichten Video-Interview auf domradio.de.
Bei den jüngsten Bundestagswahlen war die AfD mit 20,6 Prozent der Erststimmen zweitstärkste Kraft geworden. Feige mahnte eine differenziertere Betrachtung der Resultate an. Wenn man das Ergebnis in Relation zu der Bevölkerungszahl setze, die im Osten niedriger sei als im Westen, kämen die Stimmen für die AfD zu 70 Prozent aus dem Westen und zu 30 Prozent aus dem Osten. Es handle sich schon allein deswegen um ein gesamtdeutsches Problem “und man sollte da im Westen schon vorsichtiger sein in der Beurteilung des Ostens”, so der Bischof.