Ramadan und die christliche Fastenzeit beginnen fast gleichzeitig. Die Ratsvorsitzende Fehrs der Evangelischen Kirche in Deutschland wirbt für Versöhnung und dafür, die Not anderer in den Blick zu nehmen.
Die evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs hat anlässlich der bald beginnenden christlichen und muslimischen Fastenzeit dazu aufgerufen, tägliche Routinen zu durchbrechen. Die kommenden Wochen lenkten den Blick auf Familie, Freunde und Nachbarn sowie auf eine lebendige Beziehung zu Gott, wie die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland am Donnerstag mitteilte.
“Wir wissen, wie wichtig solche Zeiten sind, in denen wir intensiver als sonst über unsere eigenen Bedürfnisse und unser Verhalten nachdenken, aber auch die Not anderer verstärkt in den Blick nehmen und nicht zuletzt versuchen, die gesellschaftliche und politische Situation in unserem Land mit den Augen Gottes zu betrachten.”
In einem Brief an Musliminnen und Muslime zum Beginn des Ramadan betonte sie am Freitagabend auch Versöhnung und Verständigung. “Wir spüren stärker als je zuvor: Frieden ist kein Zustand, der ein für alle Mal garantiert werden kann. Frieden muss vielmehr immer wieder gewagt, eingeübt und mitunter auch mühsam errungen werden.”
Fehrs dankte den muslimischen Gemeinden für viele Einladungen zum allabendlichen Fastenbrechen, bei denen auch Menschen anderen Glaubens willkommen sind. “Solche Zeichen sind kaum zu überschätzen in einer Zeit, in der Polarisierungen an vielen Orten überhandnehmen”, so die Bischöfin.