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Bischöfe: Kommende Bundesregierung muss Probleme angehen und lösen

Angesichts der zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung rufen die bayerischen katholischen Bischöfe die kommende Bundesregierung dazu auf, die Sorgen der Menschen ernstzunehmen. Viele Menschen hätten Ängste wegen der wirtschaftlichen Entwicklung, der Zukunft ihrer Arbeitsplätze sowie der globalen Konflikte, heißt es in der Abschlusserklärung der Freisinger Bischofskonferenz, die sich bis Donnerstag zu ihrer Vollversammlung in Passau getroffen hat. Die kommende Bundesregierung müsse die Probleme angehen und auch lösen.

Die politischen Ränder seien einmal mehr gestärkt aus der Wahl hervorgegangen, heißt es in der Erklärung weiter. Zentrale Herausforderung der demokratischen Parteien sei es deshalb, bei allen politischen Unterschieden den Zusammenhalt der Gesellschaft zu stärken. Dies sei auch erforderlich, um einer weiteren Radikalisierung entgegenzutreten. Am vergangenen Sonntag hatte die Bundestagswahl stattgefunden. Als stärkste Kraft gingen CDU/CSU (28,5 Prozent) hervor, vor der AfD (20,8 Prozent), der SPD (16,4 Prozent), den Grünen (11,6 Prozent) und den Linken (8,8 Prozent).

Mit Blick auf die weltpolitische Gesamtlage teilten die Bischöfe mit, diese sei „so beunruhigend wie lange nicht“. Die Menschen sorgten sich um Sicherheit und Frieden sowie um die Zukunft Europas und des transatlantischen Zusammenhalts. Der Gedanke sei unerträglich, dass „die durch den russischen Aggressor in seiner Existenz bedrohte Ukraine womöglich im Stich gelassen werden könnte“. US-Präsident Donald Trump hatte sich zuletzt an den russischen Präsidenten Wladimir Putin angenähert. „Ein Friede, der nicht mit einer gerechten Lösung und der Einbindung der Betroffenen verbunden ist, führt nur zu weiteren Gefährdungen in der Zukunft“, mahnten die Bischöfe.

In der Freisinger Bischofskonferenz sind die Bischöfe der sieben bayerischen Diözesen Bamberg, Würzburg, Eichstätt, Regensburg, Augsburg, Passau, München und Freising, sowie aus historischem Grund, der Bischof der Diözese Speyer vertreten. Die Mitglieder treffen sich zweimal im Jahr zu einer Frühjahrs- und Herbstvollversammlung. Ihr Vorsitzender ist der Münchner Erzbischof Reinhard Marx. (0724/27.02.2025)