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Al-Wazir: Abschied vom Landtag mit Plädoyer für Deutschlandticket

Der Grünen-Politiker Tarek Al-Wazir hat mit seiner letzten Rede im Hessischen Landtag für den Erhalt des Deutschlandtickets plädiert. Es sei „der größte Fortschritt bei Bussen und Bahnen, den es in 30 Jahren gegeben hat“, sagte er am Mittwoch in Wiesbaden. Rund 13,5 Millionen Menschen besäßen das Deutschlandticket. Al-Wazir, der in Hessen stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister war und nun Mitglied des neuen Bundestages ist, kritisierte die CDU dafür, das Deutschlandticket infrage zu stellen. Hintergrund der Debatte im Wiesbadener Landtag war ein Entschließungsantrag der Grünen, der jedoch abgelehnt wurde.

Darin monierten die Grünen, dass die Zahl der Abonnentinnen und Abonnenten „deutlich höher sein könnte, wenn Bund und Länder das Deutschlandticket endlich zu einem dauerhaft gesicherten Angebot machen würden“. Insbesondere beim Deutschlandticket als Jobticket bestehe noch viel Potenzial für Millionen zusätzlicher Kundinnen und Kunden: „Tarifparteien werden das Deutschlandticket aber nur dann zum Gegenstand von Tarifverhandlungen und Firmen werden es nur dann zum Teil ihrer Attraktivität für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen, wenn der Fortbestand dauerhaft gesichert ist.“

Bei der Debatte waren sich die Landtagsfraktionen überwiegend einig darin, dass das Deutschlandticket in Sachen Einfachheit für die Kundinnen und Kunden insofern ein Erfolg sei, als dass es die Tarifgrenzen von Verkehrsverbünden überschreite. Tenor war jedoch auch, dass der Preis des Tickets künftig noch steigen müsse – nur nicht so weit, dass es „massenhafte Kündigungen“ geben könnte, sagte Al-Wazir.

Der CDU-Politiker Michael Müller betonte, dass das Ticket unter der Bedingung der vernünftigen Finanzierung fortgeführt werden sollte. Er sagte jedoch auch: „Was nützt uns das Ticket, wenn die Strecke nicht vorhanden ist, wegfällt oder gar nicht erst bedient wird?“ Investitionen seien hierbei entscheidend. Die Möglichkeit, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen, müsse weiträumiger werden.