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Westfälische Kirche ruft Parteien zu Kompromissbereitschaft auf

Vor der Bundestagswahl hat der Theologische Vizepräsident der westfälischen Kirche, Ulf Schlüter, alle demokratischen Parteien zur Kompromissbereitschaft aufgerufen. Angesichts der vielfältigen Problemlage in Deutschland und der Welt sei es unbedingt erforderlich, nach der Wahl zügig in Verhandlungen einzutreten und die in einer Demokratie unerlässlichen Kompromisse zu finden, erklärte Schlüter am Freitag in Bielefeld.

Themen wie die allgemeine Wirtschaftskrise, die Klimakrise, Kriege, Vertreibung, Flucht und Migration oder die aktuellen Irritationen einer „USA-Russland-Kumpanei“ erforderten schnelles politisches Handeln, mahnte der Theologe, der die Landeskirche seit dem Rücktritt der früheren Präses
Annette Kurschus im Jahr 2023 kommissarisch leitet. Ein weiteres drängendes Problem sei die zunehmende Erschwernis, soziale Dienstleistungen zu finanzieren.

Der Theologische Vizepräsident forderte die Vertreterinnen und Vertreter aller demokratischen Fraktionen auf, unmittelbar nach der Wahl miteinander in konstruktive Gespräche einzutreten und schnell eine handlungsfähige Regierung auf den Weg zu bringen. Das müsse ohne eigenes machtpolitisches Kalkül geschehen, erklärte Schlüter. Das sei der Auftrag, den alle Parteien und Akteure haben. Obwohl ihnen die Verantwortung nur für vier Jahre übertragen werde, hätten sie „heute mehr denn je generationenübergreifende Probleme anzupacken“.