Die Friedrich-Schiller-Universität Jena will junge Frauen verstärkt für naturwissenschaftliche Studiengänge gewinnen. In den nächsten drei Jahren wolle ein eigens dafür entwickeltes Workshop-Programm wenigstens 1.000 Interessentinnen an entsprechende Fächer heranführen, teilte die Hochschule am Dienstag mit. Projekte an der Schnittstelle zur Forschung sollen dabei die Begeisterung für die Naturwissenschaften dauerhaft wecken.
So wolle der Leiter der Lichtwerkstatt an der Universität Jena, Johannes Kretzschmar, Angebote unterbreiten, die für junge Frauen interessant sind, ohne immer gleich das Label Technik oder Physik darauf zu schreiben. Angedacht sei beispielsweise ein Workshop, bei dem die Teilnehmerinnen ihre selbst kreierten Kostüme mit Sound- und Lichteffekten versehen können. Deren Steuerung würde in der Lichtwerkstatt technisch umgesetzt. Das sei eine spielerische Annäherung an technische und physikalische Themen.
Für das Projekt konnten den Angaben zufolge bereits Schulen, Vereine, Museen und außerschulische Lernorte als Partner gewonnen werden. Die Angebote sollen Mädchen und Jungen offenstehen. Bewusst sollen auch junge Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Bildungsbiografien angesprochen werden.
Das soll nach Angaben der Uni helfen, die Bewerber-Lücke bei mathematisch-naturwissenschaftlich orientierten Berufen zu schließen. Bundesweit fehlten dem Arbeitsmarkt mehr als 150.000 Personen, etwa in Bereichen wie Informatik oder Ingenieurwissenschaften. Das Bundesforschungsministerium unterstützt das Projekt demnach mit 557.000 Euro.