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Umfrage: Personalmangel in Kitas weiter groß

Der Personalmangel bleibt in deutschen Kitas aus Sicht der Beschäftigten weiterhin das größte Problem. Das geht aus der neuen jährlichen Umfrage hervor, die der Deutsche Kitaleitungskongress (DKLK) am Dienstag auf seiner Tagung in Düsseldorf vorstellte. Demnach beklagen rund die Hälfte der befragten insgesamt 2.859 Kita-Leitungen, dass sie an mindestens einem Tag in der Woche mit weniger Personal als notwendig arbeiten müssen. Mehr als jede zehnte Kita kann demnach sogar in über 60 Prozent ihrer Öffnungszeiten aus Personalmangel nur eingeschränkt arbeiten.

Vor diesem Hintergrund fordert die Bildungsgewerkschaft VBE als Mitauftraggeber der Studie von der neuen Bundesregierung mehr Einsatz. „Es ist wichtig, weitere Anstrengungen zu unternehmen, um mehr Personal zu finden“, betonte der stellvertretende VBE-Bundesvorsitzende Tomi Neckov. Auch die Überstunden, von denen laut Umfrage 60 Prozent der Kita-Leitungen betroffen sind, müssten auf die politische Agenda.

Gleichwohl bleibt die Motivation der Beschäftigten trotz der beklagten Einschränkungen offenbar hoch. So übt die große Mehrheit von 86,5 Prozent der Kita-Leitungen ihre Arbeit gerne aus und fühlt sich von Kindern, Mitarbeitenden, Trägern sowie Eltern und Familien gleichermaßen wertgeschätzt. Die geringste Wertschätzung nehmen Kita-Leitungen vonseiten der Politik wahr. Nur 19,0 Prozent haben den Eindruck, dass die jeweilige Landespolitik ihre Belange ernst nimmt, lediglich 14,3 Prozent sehen das mit Blick auf die Bundespolitik so.

Ein Schwerpunkt der Befragung lag diesmal auf dem Thema Natur. Von den bundesweit 60.662 Kitas sind rund 2.000 und damit nur 3,3 Prozent so genannte Natur- und Waldkitas. Doch auch die breite Zahl der Kita-Leitungen möchte mehr Naturerfahrungen für die Kinder in den Kita-Alltag einbauen.

So machten in der Befragung rund drei Viertel der Kita-Leitungen deutlich, dass nach ihrer Erfahrung die Kinder den Aufenthalt im Freien den Räumen der Kita vorziehen. Dies fördere die Verbesserung der Selbstwahrnehmung, Kreativität, des Spielverhaltens sowie der Sprachentwicklung, lautet die Einschätzung.

Doch im Alltag lassen sich diese Ziele für die meisten Kitas kaum umsetzen – auch, weil Natur nicht direkt vor Ort liegt, wie mehr als ein Drittel der Befragten beklagt. Nur ein Viertel der Befragten gab an, täglich mit den Kindern in die Natur gehen zu können. Rund 40 Prozent der Kitas können dagegen wegen des Personalmangels nicht einmal einen regelmäßigen Naturausflug pro Woche garantieren.

Vor diesem Hintergrund mahnt der VBE einen besseren Zugang zur Natur auch durch mehr naturnahe Außenflächen der Kitas an: „Naturerfahrungen sind kein Luxus, sondern essenziell für die gesunde Entwicklung von Kindern“, machte Neckov deutlich. Hier sei auch die Unterstützung der Träger gefordert. Ein weiteres Hindernis ist laut der Hälfte der Kita-Leitungen die fehlende passende Kleidung der Kinder. Hier seien die Eltern gefragt, erklärte Neckov: „Da geht es nicht um teure Markenkleidung, sondern um adäquate Matschhosen und eine Mütze. Die gibt es auch beim Discounter.“