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Studie: Pavian-Weibchen bevorzugen nützliche Männchen

Weibliche Guinea-Paviane umwerben Männchen verstärkt, wenn diese besondere Fähigkeiten bei der Nahrungssuche zeigen. Das ist das Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) in Göttingen. Ausschlaggebend bei der Partnerwahl ist demnach nicht die langfristige Fähigkeit eines Männchens, sondern sein direkter Nutzen für das Weibchen. Die Erkenntnisse wurden anhand von Versuchen mit Pavian-Gruppen im Tiergarten Nürnberg sowie im Senegal gewonnen.

In der Studie wurde laut DPZ einem Männchen pro Gruppe beigebracht, eine Futterbox zu bedienen. Dadurch konnten sie eine wertvolle Nahrungsquelle für ihre Gruppe bereitstellen. Während dieser Phase zeigte sich ein deutlicher Anstieg in der Aufmerksamkeit der Weibchen: Sie verbrachten mehr Zeit mit diesen Männchen, pflegten sie intensiver und verhielten sich aggressiver gegenüber anderen Weibchen in ihrer Gruppe.

Wie das Institut weiter mitteilte, nahm dieses Verhalten jedoch wieder ab, nachdem die Futterbox entfernt wurde. Dies deutet aus Sicht der Forscher darauf hin, dass die Weibchen ihr Verhalten nicht aufgrund einer grundsätzlichen Einschätzung der Fähigkeiten des Männchens änderten. Vielmehr reagierten sie kurzfristig auf die Vorteile, die sie von ihm erhielten.

Mit dem Experiment sei der Mechanismus, der der Zuschreibung von Fähigkeiten bei einem wild lebenden Affen zugrunde liege, erstmals identifziert worden, sagte der Verhaltensforscher William O’Hearn. „Damit bieten unsere Ergebnisse einen einzigartigen Einblick in die Evolution der komplexen Kompetenzzuschreibung beim Menschen.“