Seit 150 Jahren forschen deutsche Archäologen offiziell in Griechenland. Nicht nur die Antike spielt dabei eine Rolle, wie Bundespräsident Steinmeier bei seinem Besuch betonte: Im Fokus steht auch die NS-Vergangenheit.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am zweiten Tag seiner Griechenland-Reise die Arbeit des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in Athen gewürdigt. Dieses sei 150 Jahre nach seiner formellen Gründung weiterhin ein “wichtiger Akteur in der deutschen auswärtigen Kulturpolitik, an der Schnittstelle von Wissenschaft und Außenpolitik”, sagte Steinmeier am Mittwoch in Athen laut Aussendung seines Büros.
Die Bewunderung für das antike Griechenland als “Wiege unserer liberalen Demokratien” sei bis heute “ungebrochen”, so der Bundespräsident. Daneben erforschten die deutschen Archäologen aber auch aktuelle Themen wie den Klimawandel. Weiter hob das Staatsoberhaupt die “kritische Aufarbeitung” der eigenen Geschichte des DAI hervor. 1941 hatte die deutsche Wehrmacht im Zuge des Balkanfeldzugs Griechenland besetzt. Zehntausende griechische Juden wurden in deutschen Konzentrationslagern ermordet. “Es ist wichtig, dass wir uns erinnern. Erinnern an die Verbrechen, die Deutsche auch hier in Griechenland begangen haben und die in Deutschland kaum bekannt sind”, so Steinmeier.