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Obdachlosenhilfe feiert “fiftyfifty”-Jubiläum mit Benefiz-Auktion

Die Düsseldorfer Hilfsorganisation fiftyfifty feiert das 30-jährige Bestehen ihrer gleichnamigen Obdachlosenzeitung mit Kunst. Den Auftakt macht eine Ausstellung samt Benefizauktion mit gespendeten Kunstwerken von Imi Knoebel, wie der Verein am Montag ankündigte. Gezeigt werden von Freitagabend an in der fiftyfifty-Galerie 30 seiner „Kartoffelbilder“, Original-Arbeiten aus handbemalten und übereinander geschichteten Japan-Papieren. Weitere Ausstellungen anderer Künstler folgen im Jubiläumsjahr.

Schon lange seien Imi Knoebel und seine Frau Carmen Knoebel mit der Obdachlosenhilfe freundschaftlich verbunden, hieß es. Der Erlös gespendeter Werke habe bereits mehrere Wohnungen finanziert, in der nun vormals obdachlose Menschen leben. Klaus Wolf Knoebel, geboren 1940, studierte an der Werkkunstschule Darmstadt und wechselte später in die Beuys-Klasse an der Kunstakademie Düsseldorf. Den gemeinsam mit einem befreundeten Kommilitonen gewählten Künstlernamen Imi behielt Knoebel nach dem Tod des Freundes.

Das Straßenmagazin „fiftyfifty“, dessen Name halbe-halbe bedeutet, wurde in den 30 Jahren seines Bestehens den Angaben nach über zehn Millionen Mal verkauft. Zudem seien Projekte wie der GuteNachtBus, in Kooperation mit vision:teilen, „Underdog“ für die Hunde der Obdachlosen und Housing First realisiert worden, hieß es. Mit dem Konzept von Housing First, also einer Wohnungsvermittlung als Basis für weitere soziale Hilfen, hätten schon über 100 Menschen von der Straße eine Wohnung bekommen. Die Obdachlosenhilfe fiftyfifty finanziert ihre Arbeit über eine Benefiz-Galerie, in der gespendete Werke von zum Beispiel Gerhard Richter, Rosemarie Trockel, Katharina Mayer, Thomas Ruff, Klaus Klingger und Imi Knoebel verkauft werden.

Der Verein fiftyfifty ist Herausgeber der gleichnamigen, monatlich erscheinenden Straßenzeitung. Erstmals erschien die „fiftyfifty“ im April 1995. Initiatoren waren der Religionspädagoge und Journalist Hubert Ostendorf und Franziskaner-Mönch Matthäus Werner. Straßenverkäufer zahlen im Einkauf die Hälfte des Verkaufspreises auf der Straße und dürfen die eingenommene Differenz behalten. Verkäufer erhalten einen Verkaufsausweis. Das Angebot richtet sich nicht nur an Obdachlose, sondern generell an von Armut betroffene Menschen, etwa Migranten aus dem osteuropäischen Raum, für die der Verein Beratung in ihrer Muttersprache ermöglicht.

Das Verkaufsgebiet von „fiftyfifty“ erstreckt sich neben Düsseldorf auch auf die Nachbarstädte Duisburg und Neuss sowie auf das Bergische Land, Bonn, Essen, Mönchengladbach. Es gibt auch eine Online-Ausgabe. Der Zugangscode zum aktuellen Heft kann ebenfalls bei den Straßenverkäufern erworben werden