Die III. Landessynode der evangelischen Nordkirche hat zu Beginn ihrer Tagung Anja Fährmann zur neuen Präses gewählt. Die 51-Jährige ist am Donnerstag im ersten Wahlgang mit 141 von 143 gültigen Stimmen gewählt worden. Mit den Worten „Herzlich gern!“ hat sie die Wahl angenommen.
In ihrer Vorstellung sagte Fährmann, dass sie mitten im Leben und mitten im Glauben stehe, zudem sei sie mitten auf dem Weg. Als Volljuristin in der Hamburger Schulbehörde sei sie „sturmerprobt“, etwa durch Schulleiterkonferenzen. Sie schrecke nicht vor „zentimeterdicken Beschlussvorlagen“ oder komplexen Prozessen zurück. „Verantwortung tragen, das kann ich!“
In Bezug auf das „mitten im Glauben“ stellte sie fest, dass es ihr leichter falle, über ihren Beruf zu sprechen, als über ihren Glauben. Sie sei aber sicher, dass „wir öfter mal von unserem Glauben reden sollten“. Dabei lasse sie sich von den Begriffen Ebenbild und Hoffnung leiten. „Gottesebenbildlichkeit ist die Grundlage meines Glaubens. Es gibt für mich nur eine Kirche, in der alle willkommen sind“, betonte Fährmann. „Mein Bild von Kirche ist bunt und hat weit offene Türen.“
Die Landessynode bedeute für Fährmann zusammenzukommen und miteinander auf dem Weg zu sein. Es sei Aufgabe der Synodalen, in die Welt zu tragen, wovon auf der Synode gesprochen und was bei den Synodentagungen beschlossen wird.
Als erste Gratulanten haben sich der katholische Erzbischof Stefan Heße und Weihbischof Horst Eberlein gemeldet. „Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen, starke Nerven, Durchhaltevermögen an langen Sitzungstagen, Zuversicht und vor allen Dingen Gottes reichen Segen.“
Die Wahl falle nicht nur wegen der Bundestagswahl und der Bürgerschaftswahl in Hamburg in ein besonderes Jahr, sondern auch wegen des Konzils von Nicäa im Jahr 325, heißt es vom Erzbistum Hamburg. „Dort wurden wichtige Meilensteine des ökumenischen Miteinanders gelegt und bis heute mahnt uns das überlieferte gute Miteinander der Christen in Nicäa zu einer wertschätzenden Ökumene.“ Die gute ökumenische Verbundenheit, die im Norden bestehe, müsse weiterhin gepflegt werden. „Gern würden wir auf diesem Weg der Ökumene künftig auch gemeinsam mit Ihnen unterwegs sein.“
Fährmann wurde 1973 in Osterholz-Scharmbeck geboren und studierte Rechtswissenschaften in Trier. 2002 trat sie in den höheren allgemeinen Verwaltungsdienst der Freien und Hansestadt Hamburg ein, wo sie aktuell das Referat Schulorganisation leitet.