Anruf bei einem absoluten Experten für Entenhausen: Jens Murken, 55 Jahre alt, promovierter Historiker. Ehemals Chef des Landeskirchlichen Archivs der Evangelischen Kirche von Westfalen, heute Leiter des Dokumentenmanagements an der Hochschule Bielefeld. „Wenn Sie den Namen falsch aussprechen – was alle Laien tun –, werden Sie in der Szene nicht ernst genommen“, erklärt Murken.
Kenner sprechen bei Donald Ducks Geschichten von „Berichten“
Nun ist ja die Frage, ob man bei einer Angelegenheit wie Donald (korrekt) Duck überhaupt ernst genommen werden will – immerhin erscheinen die Geschichten rund um den tollpatschigen, gerade 90 jahre alt gewordenen Erpel seit Jahrzehnten in einer Buchreihe, die sich „Lustige Taschenbücher“ nennt … Ups, o weh, gleich der nächste Fehler. „Wir bevorzugen es, von Berichten zu sprechen, nicht von Geschichten“, tadelt Murken, der Experte.

Jens Murken ist Mitglied von D.O.N.A.L.D. Das ist die „Deutsche Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus“. Die hat weltweit rund 1200 Mitglieder, die ihr Engagement der „Erforschung der Familie Duck und des Entenhausener Universums“ widmen, und zwar mit wissenschaftlicher Akribie, mit Aufsätzen und Kongressen. Kein Scherz.
Wo liegt eigentlich Entenhausen?
Zum Beispiel der Beantwortung der Frage: Wo liegt eigentlich Entenhausen? „In den Comics gibt es ein Schild am Ortseingang, da steht drauf: Timbuktu 6983 Kilometer“, berichtet Murken und schwärmt: „Das sind handfeste Anhaltspunkte.“ Denn Entenhausen – das steht für Donaldisten fest – ist keine Fantasie, sondern Wirklichkeit. „Nur in einem Paralleluniversum“, erklärt der Doktor der Geschichtswissenschaften – und man stellt endlich und erleichtert fest, dass Murken sich jetzt doch ein Schmunzeln nicht mehr verkneifen kann.
„Na ja“, gibt er dann auch zu, hundertprozentig ernst nehme er die Sache dann vielleicht doch nicht. Aber es gebe unter Donaldisten durchaus auch andere Temperamente. Einmal sei er im Radio zu D.O.N.A.L.D. interviewt worden. „Die Reaktionen im Landeskirchenamt am nächsten Tag fielen sehr unterschiedlich aus“, erinnert sich Murken.