Das nordrhein-westfälische Schulministerium und die Landesmedienanstalt haben eine gemeinsame Initiative gegen das sogenannte Cybergrooming für alle Grundschulen gestartet. Damit wolle man unterbinden, dass Erwachsene im Internet den Kontakt mit Kindern suchen, um ihre sexuellen Absichten zu verfolgen, erklärte die Landesanstalt für Medien NRW am Donnerstag in Düsseldorf. Laut einer Umfrage der Landesanstalt wurde im vergangenen Jahr durchschnittlich jeder vierte Minderjährige im Alter von acht bis 17 Jahren von fremden Erwachsenen im Internet angesprochen und darum gebeten, einen weiteren Kontakt aufzubauen.
Dieses Vorgehen lasse sich bei Online-Games und in sozialen Netzwerken beobachten, hieß es. Oft wüssten die Kinder zunächst nicht, ob sich hinter dem unbekannten Chatpartner ein Kind oder ein Erwachsener verbirgt. Die Kinder würden oft aufgefordert, von den öffentlichen Plattformen in private Chats von verschlüsselten Messengern zu wechseln. Dort könnten die möglichen Täter dann nur noch schwer oder gar nicht ermittelt werden.
Um die Kinder über Gefahren zu informieren, versorgen das Ministerium und die Landesmedienanstalt den Angaben zufolge nun Grundschulen mit Präventionsmaterial zu dem Thema. Sie sollen spezielles Unterrichtsmaterial erhalten, das für die Prävention von Cybergrooming entwickelt wurde. Zudem plant die Landesmedienanstalt zwei öffentliche Online-Elternabende zu der Frage, wie Eltern ihre Kinder im Internet vor Cybergrooming schützen können, und Lehrkräfte werden in Online-Workshops geschult.
„Da wir wissen, dass Kinder unter zehn Jahren bereits Smartphones oder Tablets nutzen, sollten Schülerinnen und Schüler schon in den Grundschulen lernen, dass sie mit Computern und Smartphones unter Umständen auch in Kontakt mit Erwachsenen kommen, die eine Gefahr für sie darstellen“, sagte Ministerin Dorothee Feller (CDU). Die sozialen Medien seien „mit vielen Risiken gerade für unsere jungen Menschen verbunden“.