Stress führt in Thüringen zu häufigeren Krankmeldungen. Wie die Kaufmännische Krankenkasse am Mittwoch in Hannover nach Auswertung ihrer Patientendaten mitteilte, kamen 2024 in Thüringen aufgrund stressbedingter Belastungen 120,5 Fehltage auf 100 Arbeitnehmer. Im Vorjahr 2023 waren es noch sechs Tage weniger.
Noch deutlicher fällt nach Angaben der Krankenkasse der Anstieg im Vergleich zu 2019 aus. Im letzten Vor-Corona-Jahr betrugen die stressbedingten Fehlzeiten im Freistaat nur knapp 88 Tage. Mit Blick auf das Jahr 2024 bedeute das einen Anstieg um gut 37 Prozent.
Im Bundesdurchschnitt lagen die Fehlzeiten 2024 bei rund 112 Tagen. Mit fast 176 registrierte die Krankenkasse im Saarland die meisten Ausfalltage wegen Dauerstress. Die wenigsten Fehltage gab es in Baden-Württemberg mit gut 81.
Im Fünfjahres-Vergleich lag Thüringen mit einem Anstieg von rund 37 Prozent noch deutlich unter dem deutschlandweiten Mittel von 51 Prozent. Das größte Plus verzeichnete die Kaufmännische Krankenkasse demnach mit gut 71 Prozent in Schleswig-Holstein. Am geringsten fiel die Steigerung der Fehlzeiten zwischen 2019 und 2024 mit 34 Prozent in Rheinland-Pfalz aus.
Neben der Betreuung durch ein umfassendes betriebliches Gesundheitsmanagement und einer ganzheitlichen Aufklärung durch Hausärzte könnten Betroffene selbst viel tun, damit Stress gar nicht erst auf die Gesundheit schlägt, so die Krankenkasse. Vor allem die Art des Umgangs mit emotionalen Belastungen spiele dabei eine wesentliche Rolle.